Treffen zu Ukraine in Deutschland

Politik / 20.01.2023 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ukrainische Soldaten positionieren sich nahe der Grenze zu Weißrussland, unmittelbar neben Tschernobyl.Reuters
Ukrainische Soldaten positionieren sich nahe der Grenze zu Weißrussland, unmittelbar neben Tschernobyl.Reuters

Selenskyj mahnt erneut zur Eile bezüglich weiterer Waffenlieferungen aus dem Westen.

Moskau/Ramstein Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland sind am Freitag Verteidigungsminister und ranghohe Militärs aus zahlreichen Ländern zusammengetroffen, um über weitere Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine zu beraten. Die US-Regierung kündigte im Vorfeld des Treffens weitere Militärhilfen für die Ukraine im Umfang von rund 2,3 Mrd. Euro an.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte auf Twitter der US-Regierung für die zusätzliche Militärhilfe. Selenskyj wandte sich zudem in einer Video-Botschaft erstmals direkt an die Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Stützpunkt in Ramstein. Er fordert die Staatengruppe zu weiteren Waffenlieferungen einschließlich Kampfpanzern auf.

Worte helfen nicht

“Wir müssen schnell handeln”, sagt Selenskyj. “Der Kreml muss verlieren.” “Tausende Worte” würden nicht gegen russische Artillerie helfen, verdeutlichte der ukrainische Präsident. Es gehe nicht darum, über die Anzahl von Panzern zu verhandeln, sondern den Weg für Lieferungen grundsätzlich zu öffnen, um “das russische Böse aufzuhalten”, argumentierte er. “Mit der Hilfe der Verbündeten, könne die Ukraine “tatsächlich siegen”.

Deutschland bereitet sich offenbar auf die Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern in die Ukraine vor, hat aber immer noch keine Entscheidung darüber getroffen. Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte am Freitag am Rande der Konferenz in Ramstein, dass er den Auftrag erteilt habe, Verfügbarkeit und Stückzahl dieser Panzer zu prüfen. Die Entscheidung über eine Lieferung werde “so bald wie möglich getroffen”.  Litauen wird der Ukraine hingegen weitere Militärhilfe für den Abwehrkampf gegen Russland leisten.

Das baltische EU- und NATO-Land werde an Kiew Dutzende Flugabwehrgeschütze vom Typ L70, Munition und zwei Mi-8-Hubschrauber liefern, schrieb Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas auf Twitter. Das neue Hilfspaket hat nach seinen Angaben einen Gesamtwert von etwa 125 Mio. Euro.

Finnland spendet Militärgüter

Russlands Nachbarland Finnland spendet der Ukraine unterdessen weitere Militärgüter im Wert von etwa 400 Millionen Euro. Das hat Präsident Sauli Niinistö auf Vorschlag der Regierung von Ministerpräsidentin Sanna Marin beschlossen, wie das Verteidigungsministerium am Freitag in Helsinki mitteilte. 

Nach Darstellung der russischen Führung ändert der Westen mit Panzerlieferungen an die Ukraine nichts am Verlauf des Konfliktes. Stattdessen würde dies nur weitere Probleme für die Bevölkerung der Ukraine bedeuten, sagt ein Sprecher des Präsidialamtes in Moskau am Freitag. 

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