Vom Kurzstrecken-Autofahrer zum Klimaticket-Nutzer

Politik / 23.01.2023 • 13:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Früher legte Martin Fend auch kurze Wege mit dem Auto zurück. Doch die Energiepreise und der Klimaschutz brachten den Feldkircher zum Umdenken. <span class="copyright">Privat</span>
Früher legte Martin Fend auch kurze Wege mit dem Auto zurück. Doch die Energiepreise und der Klimaschutz brachten den Feldkircher zum Umdenken. Privat

Der Feldkircher Martin Fend hat sein Auto verkauft und sich ein Klimaticket zugelegt. So viel Geld hat er sich schon erspart.

Feldkirch Im September 2022 war es dann für Martin Fend so weit. Die Spritpreise kletterten auf einen Literpreis von 1,90 bis zwei Euro an diversen Zapfsäulen. „Ich habe mich entschieden, mein Auto abzumelden“, sagt der Feldkircher den VN.

Heute legt Martin Fend seine Wege mit Bus, Bahn und Fahrrad zurück. Das nütze nicht nur der Geldbörse, sondern auch der Fitness. <span class="copyright">Privat</span>
Heute legt Martin Fend seine Wege mit Bus, Bahn und Fahrrad zurück. Das nütze nicht nur der Geldbörse, sondern auch der Fitness. Privat

Stattdessen legte sich der 47-Jährige ein Vorarlberger Klimaticket zu. Damit ist Fend einer von mittlerweile mehr als 70.000 Personen, die ein gültiges Klimaticket Vorarlberg besitzen.

Eine aktuelle parlamentarische Anfragebeantwortung durch das Klimaministerium an die Neos liefert weitere Zahlen. Seit seiner Einführung am 26. Oktober 2021 haben sich mehr als 208.000 Menschen in Österreich das Klimaticket Österreich gekauft. „Daraus lässt sich schließen, dass bereits jetzt rund 98.000 neue Kundinnen und Kunden gewonnen werden konnten, die den öffentlichen Verkehr nun deutlich verstärkt und flächendeckend nutzen“, heißt es aus dem Büro von Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne).

5.025 Menschen haben sich in Vorarlberg das Klimaticket Österreich besorgt. Die meisten Tickets wurden in Wien mit 65.747 Stück verkauft. Danach folgen Niederösterreich mit 54.446, Oberösterreich mit 33.803, die Steiermark mit 13.327, Tirol mit 11.718, Salzburg mit 11.327, Kärnten mit 6.272 und das Burgenland mit 5.402. Ins Ausland wurden 1.783 Tickets verkauft.

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Geld sparen, Umwelt schonen

Für Fend hat sich das Klimaticket schnell rentiert, wie er schildert: Er kommt auf eine Kostenersparnis von circa 100 bis 150 Euro pro Monat, seit er kein Auto mehr hat. Wichtig ist ihm zu betonen, dass ihm bei seiner Entscheidung auch der Umweltaspekt wichtig war: „Früher bin ich viele kurze Strecken mit dem Auto gefahren.“ Auf rund 8.000 Kilometer Fahrweg ist er pro Jahr gekommen. Die Vorarlberger Haushalte legen pro Jahr im Schnitt 11.230 Kilometer im Auto zurück und verbrauchen dabei 60 Liter Kraftstoff im Monat. Das geht auf eine Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zurück, die auf Mikrozensusdaten (2019/20) der Statistik Austria beruht.

Der Arbeitsplatz des 47-Jährigen ist rund vier Kilometer von seinem zu Hause entfernt. „Mit dem Stadtbus Feldkirch und circa zehn Minuten Gehstrecke ist das gut erreichbar“, sagt Fend. Damit verbunden ist der einzige „Nachteil“, wie er schildert: „Der Zeitaufwand von A nach B ist natürlich gestiegen.“ Aber so ergänzt Fend: „Man bewegt sich auch ein bisschen mehr. Das merke ich bereits ein bisschen.“ Im Frühjahr will der Feldkircher auch vermehrt das Fahrrad nutzen.

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19 Milliarden in die Schiene investiert

Die Nachfrage nach dem Klimaticket führte mit anderen Faktoren zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen. Was gut für den Klimaschutz ist, kann zum Ärgernis im Alltag werden. Gewessler informiert auf Nachfrage der Neos, dass die Investitionen in die Schieneninfrastruktur weitergeführt werden: „Der ÖBB-Rahmenplan hat ein Investitionsvolumen von 19 Mrd. Euro.“

Mit der Klimaticket-Reform stelle der Bund den Ländern zudem zusätzliche Mittel zur Verfügung, um die regionalen Klimatickets, wie Martin Fend eines besitzt, weiterzuentwickeln. Begleitend soll das regionale Verkehrsangebot – vor allem auch im Busbereich – verbessert werden.

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