Am Sonntag wird in Ludesch über Landesgrünzone abgestimmt

Regionalumfrage / 08.11.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Sonntag wird über die Verwendung von landwirtschaftlicher Fläche abgestimmt. VN/LERCH, DROHNE

Ludesch im Zeichen der Volksabstimmung.

Ludesch Diesen Sonntag, 10. November, steht das Ludescher Neugut im Rahmen einer Volksabstimmung im Fokus, wenn im Zuge der Frage „Sollen die im Ludescher Neugut liegenden Grundstücke Freiflächen für Landwirtschaft bleiben?“ entschieden wird, ob Rauch Fruchtsäfte und Ball in der jetzigen Landesgrünzone erweitern dürfen.

Infogeplänkel

Der Kampf um die Stimmenmehrheit hat dabei bereits vor Wochen begonnen. Beide Seiten, die Initiative Ludesch und die Unternehmensvertreter, machten im Rahmen von Informationsveranstaltungen, mit Flugblättern und Plakaten auf ihre Standpunkte aufmerksam. Gestern fuhr Rauch-Geschäftsführer Jürgen Rauch nun mit den schweren Geschützen auf. Im Beisein von Red-Bull-Geschäftsführer Roland Concin und Welf Jung, Vizepräsident von Ball Packaging, wurde ein 7-Punkte-Plan präsentiert, im dessen Rahmen die Argumente für eine Betriebserweiterung zusammengefasst wurden. So wolle sich Rauch 8000 Lkw-Fahrten ersparen, 100 zusätzliche Arbeitskräfte generieren und mit der Erweiterung 150.000 Euro zusätzlich in die Gemeindekassa zahlen. „Zudem werden nur 6,5 Hekar an Land benötigt, die Hälfte der ursprünglich im REK vorgesehenen Fläche“, sagt Jürgen Rauch.

 Die Firmen Rauch und Ball wollen um 6,5 Hektar in die Landesgrünzone erweitern. Rauch
Die Firmen Rauch und Ball wollen um 6,5 Hektar in die Landesgrünzone erweitern. Rauch

Weiter wolle Rauch als Teil der Ausgleichmaßnahmen, im Zeitraum von zehn Jahren insgesamt fünf Millionen Euro als Ausgleichszahlung, unter anderem für einen neuen Kindergarten, aufbringen. „Unsere Erfahrung ist, dass bisher von Rauch und der Gemeinde immer nur mit Geld argumentiert wurde“, sagt Christoph Aigner von der Initiative als Reaktion auf der neue Angebot. „Das ist jetzt aber eine größere Summe. Wir können nicht sagen, was dieses Versprechen für einen Einfluss auf die Abstimmung haben wird.“

Die Initative kritisiert, dass durch die Umwidmung gutes Ackerland verloren gehe und Bestimmungen wie jene der Landesgrünzone einfach übergangen werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist auch, dass Rauch Walgauer Grundwasser in großen Mengen verbrauche.

Fragestellung

Ein Problem bei der Abstimmung am Sonntag könnte die Formulierung der Fragestellung sein. Es gilt: Jene, die gegen die Umwidmung und gegen die Erweiterung sind, müssen bei der Abstimmung mit „Ja“ stimmen und jene, die für eine Umwidmung und für eine Erweiterung sind, mit „Nein“. Abgestimmt wird nun am Sonntag im Valünasaal des Gemeindezentrums, wobei die Urnen von 7.30 bis 12 Uhr bereitstehen.

Bei der Abstimmung selbst sollten der Abstimmungsausweis sowie ein Lichtbildausweis vorgewiesen werden. Die Initiative will das Ergebnis bei einem „Nein“ akzeptieren, die Firma Rauch müsse dann die Situation neu analysieren, wie von Rauch mitgeteilt wurde. Die große Unbekannte ist dann nur noch die Gemeinde, welche ihre Reaktion von der Wahlbeteiligung abhängig machen will.