Endspurt für Sulner Kindercampus

Regionalumfrage / 29.11.2019 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Kindercampus Sulz steht kurz vor der Fertigstellung. EGLE

Bezug im ersten Quartal 2020, Eröffnung im Juni. Ausbau der Kinderbetreuung im Vorderland wird in Regionalumfrage aber differenziert gesehen.

Sulz Ab dem Frühjahr 2018 wurde fleißig an der Baustelle zum neuen Kindercampus Sulz gewerkt. Unterbrochen werden mussten die Arbeiten dann aber bereits im Sommer desselben Jahres. Auf dem Baugelände waren Knochen und Skelette entdeckt worden. Schnell wurde klar, dass man quasi auf die Vergangenheit des Dorfes – einen Friedhof aus der Zeit zwischen 894 und 1270 – gestoßen war. Es folgte ein sofortiger Baustopp, die Archäologen übernahmen das Szepter, legten den Friedhof frei und sicherten die historischen Funde. In dieser Zeit – rund vier Monate lang – ruhten die Bauarbeiten.

Letzter Feinschliff

Die Verzögerungen, die sich dadurch ergaben, konnten gut aufgearbeitet werden, und so laufen derzeit die finalen Bauarbeiten. Innen wie außen fehlt eigentlich nur noch der Feinschliff. Auch wenn die offizielle Eröffnung erst für den kommenden Juni angesetzt ist, wird sich der Kindercampus bereits zuvor mit Leben füllen. Bereits nach den Semesterferien sollen die ersten Gruppen ihre neue, rund 3,6 Millionen Euro teure Heimat beziehen. Sowohl Kindergarten als auch die Kleinkinderbetreuung werden im Campus untergebracht sein. Für Bürgermeister Karl Wutschitz ein absoluter Meilenstein in der Gemeindegeschichte; für viele junge Familien wird so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert.

Regionalumfrage

Zum Thema außerhäusliche Kleinkinderbetreuung gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung aber durchaus unterschiedliche Meinungen, wie die laufende Regionalumfrage der Vorarlberger Nachrichten für das Vorderland zeigt. Den weiteren Ausbau des Kinderbetreuungsangebots empfinden nur gut 60 Prozent als wichtig. Für knapp ein Viertel der Teilnehmer ist die Frage nicht wichtig, der Rest hat keine Meinung dazu.

Die Motive für das Abstimmungsverhalten werden in der Umfrage nicht abgefragt, deshalb können an dieser Stelle nur Mutmaßungen angestellt werden. Klassische Familienstrukturen oder ein umfassendes familiäres Netzwerk, auf das zurückgegriffen werden kann, könnten der Ausschlag sein, außerhäusliche Kinderbetreuung als nicht wichtig einzustufen. Für die anderen 60 Prozent könnten Einrichtungen wie der Kindercampus wiederum eine entscheidende Voraussetzung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein. CEG