Wandern auf den Kanarischen Inseln

Reise / 16.08.2013 • 10:52 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wandern auf den Kanarischen Inseln

Auf La Palma, Teneriffa und La Gomera können Wanderfreunde das ganze Jahr auf Tour gehen.

reise. (SRT/S. Metzger) Durch immergrüne Lorbeerwälder, beeindruckende Schluchten und eigentümliche Felsformationen: Kaum ein anderer Archipel bietet eine derartige Vielfalt an Wanderrevieren wie die Kanaren. Während Sonnenanbeter Gran Canaria ansteuern, schwärmen Wanderfans vom Inseltrio Teneriffa, La Palma und La Gomera. Jedes Eiland hat seinen eigenen Reiz, jedes ist anders, jedes für sich ein Traum. Das sind die schönsten Touren auf den drei Inseln.

Die Schöne: La Palma

Tiefe Schluchten, nebelverhangene Urwälder und sonnige Täler: „La Isla Bonita“, die Schöne, wie La Palma von Einheimischen und Gästen gleichermaßen liebevoll genannt wird, ist für zahlreiche Wandervögel und Naturfreunde die schönste Insel der Kanaren. Fast die Hälfte ist von Wald bedeckt: von saftigem, märchenhaften Regenwald im Norden, einer Lorbeerwildnis im Nordosten, einem bunten Garten im Osten, dazwischen erheben sich immer wieder weite Pinien- und Kiefernwälder. Die hohen Gebirgszüge der Cumbre Nueva und Vieja durchziehen die Insel wie eine Wand von Norden nach Süden. Mitten hinein ins Heilige Reich der Auaritas und ins Herz der Insel führt die Caldera-Tour rund um den Kessel des zum Meer hin offenen Kraters im Nationalpark Caldera de Taburiente. Dieser mächtigste Senkkrater der Welt ist durch einen Vulkanausbruch vor 400.000 Jahren geschaffen worden. Ein Pritschenwagen bringt die Wanderer auf einer holprigen Schotterstraße zum Ausgangspunkt auf 1040 Meter Höhe. Sonnendurchflutete Kiefernwälder wechseln sich ab mit üppigen Wiesen; vorbei an eigentümlichen Felsformationen erreicht man den „Barranco de las Angustias“, die Schlucht der Todesängste.

Die Vielseitige: Teneriffa

Das ganze Jahr über hat die Insel Sonne, gleichmäßige Temperaturen und jede Menge Sonnenliegen. Aber neben Bikini und Badehosen sind Wanderschuhe ein Muss für jeden Reisekoffer auf dem Weg nach Teneriffa, der größten Kanareninsel. Und das gilt nicht nur, um den Pico de Teide zu bestaunen. Liebhaber sattgrüner Wälder und wildromantischer Schluchten zieht es vor allem in den Norden der Insel. Sie nehmen ihr Quartier am liebsten in Puerto de la Cruz oder Garachico. Eine beliebte Tour führt ins Anagagebirge. Steil erhebt sich das Gebirgsmassiv bis auf etwa 1000 Meter aus dem Meer. Die Wanderung beginnt im nordwestlichen Teil des Gebirges im Mercedes-Wald, einem märchenhaft schönen, immergrünen Wald mit Lorbeerbäumen und meterhohen Heidekrautgewächsen. Hirtenpfade und alte Königswege führen in das entlegene Dorf von Chinamada, wo heute noch Menschen in Höhlen und höhlenartigen Wohnungen leben. Kulinarischer Wander-Höhepunkt ist das Conejo frito (Kaninchen) mit kanarischem Rotwein.

Die Abgründige: La Gomera

Wie ein abgesägter Kegel steigt die Insel aus dem Meer, rundherum steil abfallend, von zahllosen Barrancos tief zerfurcht, grüne Wälder obenauf. Das Herzstück der Insel bildet der Nationalpark Garajonay im Hochland. Geheimnisvoll ist die Atmosphäre im dichten, von Flechten behangenen Nebelwald aus Lorbeerbäumen. Bizarre Felsformationen verwitterter Vulkankamine erscheinen im Stau der Passatwolken wie bedrohliche Riesen. Baumheide- und Lorbeerbäume und wunderschöne Farne sind die Weggefährten auf den unzähligen Touren. Gipfelglück verheißt der 1487 Meter hohe Pico de Garajonay. Kaum eine andere Kanareninsel ist so zerklüftet wie die kreisrunde Insel La Gomera, was eine Erschließung im großen Stil unmöglich macht. Das touristische Zentrum liegt im fruchtbaren Valle Gran Rey, das in den 60er-Jahren als das gelobte Land der Aussteiger galt. Heute genießen Touristen im sieben Kilometer langen, zum Meer auslaufenden Tal des Großen Königs süßen Müßiggang und Wanderungen. Auf Maultier- und Hirtenpfaden geht es auf und ab über winzige, steile Terrassen, an Bergflanken entlang zu abgelegenen Weilern und verlassenen Dörfern. Einmalig ist der Ausblick über die gesamte Insel und hinaus aufs Meer: Das ist der Anstrengung Lohn nach einer fünfstündigen Tour über enge Pfade hinauf zum Tafelberg Fortaleza.