Urlaub auf der Azoreninsel Terceira

Reise / 28.07.2016 • 15:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die drittgrößte Azoreninsel Terceira steht für abwechslungsreichen Urlaub.

reise. (VN-ber/srt-Christian Boergen) Die neun Inseln der Azoren, die zu Portugal gehören, liegen mitten im Nordatlantik und erstrecken sich auf einer Länge von 600 Kilometern von der Insel Santa Maria bis zur Insel Corvo. São Miguel ist die größte und bevölkerungsreichste Insel. Sie beeindruckt uns mit ihrem üppigen Grün, den vielen Wäldern, Wiesen und den in allen Farben leuchtenden Blumen, die São Miguel zu einem wahren Paradies für Natur- und Pflanzenliebhaber machen. Terceira, die drittgrößte Insel, überzeugt hingegen mit der farbenfrohen Inselkapitale Angra, der Walbeobachtung und der Tatsache, dass man hier noch Urlaub ohne Massentourismus machen kann. Zwar steht das legendäre Azorenhoch keineswegs für permanenten Sonnenschein, dafür wird es auf den Inseln auch nie richtig kalt. Über 90 Meter tief hinab geht es im Inselzentrum in die „Kohlegrube“. Die Höhle Algar do Carvão ist ungewöhnlich, da hier die Möglichkeit besteht, einen richtigen Schlot von innen zu erleben. Das geht nur, weil beim Ausbruch vor 2000 Jahren zurückfließende Lava die Magmakammer versiegelt hat, erklärt Führer Ramiro. Zu den Klängen psychedelischer Musik geht es 320 Stufen unter von der Decke hängenden Stalaktiten in die Tiefe. Licht fällt von oben durch den grün bewachsenen Krater, in den sogar Bäume keck hineinragen. Unter einer vom Eisenoxyd geröteten Kuppel, der „Kathedrale“, finden wegen der guten Akustik sogar Konzerte statt. Noch ein paar Stufen tiefer, dann schimmert dunkel, aber klar der von Regen- und Sickerwasser gespeiste, bis zu 15 Meter tiefe Kratersee vor den Augen staunender Urlauber. Vulkangestein ist auf der Insel, die ihren Namen „die Dritte“ portugiesischen Seefahrern verdankt, die sie nach Madeira und den Kanaren als dritte Insel entdeckten, der reinste Naturdünger. Auf der mit 402 Quadratkilometern Fläche zugleich drittgrößten Azoreninsel sind Ställe ein Fremdwort. Hier grasen die Kühe den ganzen Tag mit Meerblick auf den Weiden. Für Farbtupfer sorgen etwa 70 über Terceira verteilte Heiliggeistkapellen. Sie werden „Imperio“ genannt und dürfen in keinem Dorf fehlen. Bereits von Weitem sind sie an Krone, Taube und Zepter erkennbar. Diese drei Symbole stehen für Espirito Santo, den Heiligen Geist. Mindestens eines ziert den Giebel der ganz überwiegend bunt gestrichenen Kapellen. Weltwunder und Weltkulturerbe ist Angra do Heroísmo, dessen vom Neujahrsbeben 1980 schwer beschädigte Renaissance-Altstadt in Rekordzeit wieder aufgebaut wurde. Die als schönste Stadt der Azoren geltende Inselkapitale hat die UNESCO 1983 in ihre Welterbeliste aufgenommen. Zweimal war Angra sogar portugiesische Hauptstadt.