Norwegens Riviera: Maritime Perlen

Reise / 19.08.2016 • 09:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Küstenorte mit schneeweißen Holzhäusern und faszinierende Schärenlandschaften.

reise. (srt/Bärbel Schwertfeger) Die norwegische Südküste ist vor allem im Spätsommer ein lohnendes Reiseziel.Knallblauer Himmel, 24 Grad. Weiße, gelbe und rosafarbene Holzhäuser säumen die engen Gassen, Segelboote schaukeln in der leichten Brise und vor der Küste wartet ein Schärengarten mit felsigen Inseln darauf, entdeckt zu werden. Schon Edvard Munch, Norwegens bekanntester Maler, soll Kragerø als Perle der norwegischen Südküste bezeichnet haben. 1909 kam er nach einem Aufenthalt in einer Nervenklinik in Kopenhagen hierher und blieb sechs Jahre lang. „Hier war der Wendepunkt seines Lebens“, erzählt Kunsthistorikerin Katja Cecillie Ræder Aarflot, die Führungen auf den Spuren Munchs anbietet. „Die einzigartige Landschaft, die Kraft der Natur und die Menschen inspirierten ihn.“ Die meisten Bilder entstanden an seinem Wohnort in Scrubben wie sein 1911 entstandenes monumentales Meisterwerk „Die Sonne“. Wo Munch einst seine Bilder malte, hängen heute Schautafeln mit Erklärungen. Da ist das Porträt seines Freundes Christian Gierløff vor einer Felswand, das durch eine enge Gasse galoppierende Pferd oder die Straßenszene, deren dort dargestellten Häuser noch heute stehen.

Riviera des Nordens

Mit ihren pittoresken Städten und Schärenlandschaften und ihrem milden Klima wird die Skagerrak-Küste gern als Riviera des Nordens bezeichnet, die im Sommer Scharen von norwegischen Urlaubern anzieht. Ab September wird es ruhiger und die Reize von Norwegens sonnenverwöhntester Ecke lassen sich entspannt entdecken. Am bequemsten erreicht man die norwegische Riviera mit den Fähren der Fjord Line. Nur viereinhalb Stunden dauert die Fahrt vom dänischen Hirtshals nach Langesund mit der MS Stavanger­fjord, dem ersten Fährschiff der Welt, das mit Flüssiggas fährt. Von hier geht es mit dem Auto über Kragerø, Lyngør, Arendal und Lillesand zur Südspitze Norwegens bei Lindesnes und weiter bis nach Stavanger, von wo das Schwesterschiff MS Bergensfjord zurück nach Hirtshals fährt. Es ist schon acht Uhr abends, als wir nach einer knapp zweistündigen Autofahrt von Kragerø in Lyngør eintreffen und das diffuse Abendlicht verleiht dem Ort, der sich auf mehrere kleine Inseln und nur mit dem Boot erreichbar ist, eine mystische Note.