Kaiserin Sisis Sehnsuchtsinsel Korfu

Reise / 26.08.2016 • 09:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Achilleion-Palast zählt heute noch zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Fotos: shutterstock
Der Achilleion-Palast zählt heute noch zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Fotos: shutterstock

Festungen türmt sie sich auf mit ihrem Labyrinth aus engen Gassen, schattigen Arkaden und alten Ziegeldächern. Prinz Philip, der Gemahl der britischen Königin Elizabeth, erblickte hier auf Schloss Mon Repos das Licht der Welt. „Und ich bin hier geboren“, zeigt Katerina auf die kleine Klinik zwischen den alten, schmalen Häusern. 400 Jahre wurde die Stadt von den Venezianern beherrscht. Dann kamen die Franzosen, danach die Russen und schließlich die Briten. Die kleinen Geheimnisse der Bewohner will Katerina den Urlaubern näherbringen. Die Limonade mit Zitronensaft und Ingwer, die Vagelis Ramos in seinem gerade eröffneten Laden neben der Kirche Agios Spyridonas anbietet. „Die wird in einem kleinen Dorf in den Bergen hergestellt“, erklärt er. „Das Rezept ist geheimer als das von Coca-Cola.“ Oder die Butter, die Costa Alexis in seinem Milchladen seit Generationen rührt und es damit in den griechischen Gourmetblättern schon zur Berühmtheit gebracht hat. Seit 75 Jahren hat seine Familie mit ihren Spezialitäten alle Höhen und Tiefen Griechenlands überstanden. Wie ein Berg türmt sich seine köstliche Butter auf einer silbernen Schale. Vanille- und Zitronencreme drängen sich in kleinen Bechern in der Vitrine. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

So wie im kleinen Fischerhafen Petriti. Hier rattert Dimitris in seinem rostigen, meerblauen, 50 Jahre alten Lieferwagen am Strand entlang zu den Tavernen. Eine Vartabatterie hinter seinem Fahrersitz treibt ihn an. Die kleine Ladefläche ist mit Pappkartons eingeteilt. In denen drängen sich Plastikflaschen, abgefüllt mit selbst gemachtem Essig. Gläser mit Honig aus seinem Bienenstock stapeln sich zwischen sorgfältig sortierten getrockneten Kräutern und Nüssen aus seinem Garten. 78 Jahre sei er alt. Bei dem Wort Krise zuckt er nur mit den Schultern, steigt wieder in seinen Wagen und fährt weiter zum nächsten Kunden. So wie er es immer getan hat auf seiner Insel Korfu.

Lesen Sie nächste Woche im Reiseteil: Junge Metropole in Südfrankreich: Montpellier