Der Silberrücken behält die Ruhe

Reise / 19.01.2017 • 20:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neben den Gorillas bietet Uganda auch eine spektakuläre Landschaft. Fotos: shutterstock
Neben den Gorillas bietet Uganda auch eine spektakuläre Landschaft. Fotos: shutterstock

Handschuhe helfen gegen Stacheln und scharfe Gräser. Im Gänsemarsch und bei gedämpfter Unterhaltung schlagen wir einen Haken und stehen vor einer Idylle: Junge Gorillas kuscheln mit ihren Müttern. Vorsichtig bahnen die Macheten den Kameraobjektiven die Sicht. Diesmal bleibt alles ruhig. Gelegenheit zum Blick auf große braune Gorillaaugen, in die man nicht direkt schauen soll. Lautes Knacken kündigt den großen Silberrücken an. Die Kameras klicken seltener, das vertraut wirkende Familienleben und die Rangordnung des Gorillaclans werden intensiv studiert. Viel zu schnell ist die unvergessliche Stunde bei den Primaten vorbei. In der Region lebt ungefähr die Hälfte des Gorillabestandes des Landes. Ugandas jährlich 29.000 Besuchserlaubnisse für die Gorillas kosten pro Person 600 US-Dollar, in der Regenzeit 150 Dollar weniger. Damit wird der Nationalpark in einer mit 300 Personen pro Quadratkilometer dicht besiedelten Region an den fruchtbaren Ruwenzorihängen finanziert und die Bevölkerung vom Wildern abgehalten. „Sie haben sich lange vorbereitet, Ihre Träume werden in Erfüllung gehen“, verspricht dort Ranger Albert. Nach Aufteilung in Achtergruppen geht es dann mit John im Landcruiser bis auf 2400 Meter hoch, zum Treffen mit den Rucksackträgern. Bergauf führt der Weg durch eine Teeplantage, die zwischen Nationalpark und Siedlungen liegt. „Gorillas mögen keinen Tee“, erläutert John den doppelten Nutzen der Plantage. Über Funk verständigt er sich mit den Spähern, die seit fünf Uhr auf den Beinen sind. Sie kehren zurück an den Ort der letzten Sichtung, weil die Primaten täglich ihre Futterstellen wechseln und Nester bauen, folgen Spuren. So dauert der Fußmarsch von der Nationalparkgrenze in Form einer Kiefernreihe bis zur Oruzogo-Gruppe nur eine knappe halbe Stunde. Zur Erinnerung erhalten alle Besucher ein Gorillasichtungszertifikat der Uganda Wildlife Authority.

Buchtipp

Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt, Henning Mankell „Es ist zwei Wochen her, dass Aida mir gezeigt hat, wo sie ihre Mangopflanze versteckt hat, ein paar Meilen nördlich von Kampala in Uganda.“ – Aidas Mutter wird bald an Aids sterben. Aber Aida pflanzt einen Mangobaum als Symbol des Lebens. Erhältlich bei Das Buch.

ISBN: 978-3-423-13479-8;
Preis: 7,80 Euro