Kolumbien: Ein Land im Aufbruch

24.03.2017 • 08:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Spannende Städte und die berühmte „Zona Cafetera“, die Kaffee­region in Kolumbien.

reise. (VN-ber) Lange wollte kaum jemand als Tourist nach Kolumbien reisen – das Land galt als gefährliches Drogenland, in dem es immer wieder zu Unruhen kam. Mittlerweile hat sich das geändert. Die Villa des berühmten Drogenbarons Pablo Escobar zum Beispiel ist inzwischen zu einer Art zoologischem Disneyland umgebaut worden, und in Medellin gibt es Stadtführungen, die die Drogenkultur von vor 30 Jahren erlebbar machen sollen. Immer wieder gibt es mehr oder weniger erfolgreiche Friedensverhandlungen mit den Rebellen. Zumindest auf Touristenpfaden lässt sich das extrem abwechslungsreiche und spannende Land aber mittlerweile sehr gut bereisen. Unsere Reise beginnt in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Viele Erwartungen bringen wir an die 7,4-Millionen-Einwohner-Stadt nicht mit und wollen eigentlich nur zwei Nächte bleiben, um nach dem langen Flug den Jetlag zu überwinden. Umso überraschter sind wir, als uns das Taxi vom Flughafen in die Altstadt, La Candelaria, bringt. Kleine, bunte Häuser reihen sich aneinander. Hos-tels, Cafés und gepflasterte Gassen. Statt des versprochenen Regens bekommen wir strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen zur Begrüßung und machen uns gleich am nächsten Morgen auf Erkundungstour. Studenten bevölkern die vielen Restaurants, in denen es unzählige mir bis jetzt noch unbekannte Speisen gibt. Wir nutzen den Tag, um gemütlich durch die Stadt zu schlendern und die vielen Eindrücke auf uns wirken zu lassen, trinken leckeren Kaffee, fahren mit einer Seilbahn auf den an die Stadt angrenzenden Berg „Monserrate“ auf über 3000 Meter Höhe und sind froh, doch zumindest zwei Tage hier genießen zu können, bevor es per Inlandsflug weiter nach Medellin geht. Medellin – der Name stand jahrzehntelang für den gefährlichsten Ort auf der Erde. In den letzten Jahren waren es aber eher die sozialen Projekte, die es in die internationale Presse geschafft haben. Wir entscheiden uns, nicht im berühmten Partyviertel „El Poblado“ zu übernachten und suchen uns ein Hotel in der etwas „ruppigeren“ Innenstadt, in der Nähe vom „Plaza de Botero“, mit den mächtigen Kunstobjekten des gleichnamigen Künstlers. Die vielen Straßenverkäufer, die Garküchen und das Chaos im Zentrum – so haben wir uns Südamerika vorgestellt. Nicht aber Medellin, das uns als moderne Stadt angepriesen wurde. Trotzdem hat die Stadt etwas Spannendes an sich. In „El Poblado“ reihen sich unzählige moderne Bars, aus denen viel zu laute Musik dröhnt, um einen großen Platz, an dem sich samstags Hunderte von Besuchern tummeln, um zu feiern. Spätestens jetzt sind wir froh, uns doch für ein Hotel in der vergleichsweise ruhigen Innenstadt entschieden zu haben.

Ein Geheimtipp bringt uns nach dem Stadtleben schließlich auf eine Finka in San Jéronimo.