Seilbahn für die Armen

Reise / 24.03.2017 • 09:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Medellin war eine der ersten Großstädte, die eine Seilbahn zur Erschließung der Armenviertel baute.
Medellin war eine der ersten Großstädte, die eine Seilbahn zur Erschließung der Armenviertel baute.

Medellin. Sie sieht nicht viel anders aus, als eine der Gondeln in unseren Skigebieten, doch wenn man bei der Fahrt nach unten schaut, erblickt man statt der weißen Pracht ein Dächermeer. Die Seilbahn in Medellin führt mitten in die Slums auf den Hügeln der Stadt, in die sich vor zehn Jahren noch keiner freiwillig hineingewagt hätte. Überall Wellblech, Kabelgewirr, schmale­ Gassen und schief betonierte Treppenstufen.

Innovativste Stadt der Welt

Die Seilbahn hat die Metropole, die 2013 den Titel als „Innovativste Stadt der Welt“ bekommen hat, aber nicht nur sicherer gemacht, sondern spart den Menschen in den „Comunas“, wie die Armenviertel genannt werden, täglich zwei Stunden Gehzeit, die sie normalerweise für die steilen Treppen hinauf benötigen, und bietet ihnen somit die Möglichkeit, mit der Stadt Kontakt zu halten und arbeiten zu gehen.

Recht auf Bildung

„Eine gute Ausbildung ist ein Recht, kein Privileg“, lautete die Kampagne von Bürgermeister Sergio Fajardo im Jahr 2004. Seither wurde so viel in die ärmsten Bezirke investiert, dass sie kaum noch wiederzuerkennen sind. In der Stadt haben Parks, Bibliotheken, öffentliche Plätze, Sportanlagen, Schulen und Kindergärten Viertel um Viertel in Orte verwandelt, in denen nicht mehr Furcht das bestimmende Lebensgefühl ist, sondern Hoffnung.