VN-Reisebericht: In der Musikmetropole Hamburg

Reise / 12.05.2019 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Die Hansestadt bietet eine bunte Mischung aus Klassik, Musical, Pop und musikalischer Subkultur.

HAMBURG Seit mehr als zwei Jahren bereichert die berühmte Elbphilharmonie nun schon die Hamburger Skyline und lockte inzwischen etwa zwei Millionen Besucher in die Konzertsäle und mehr als fünf Millionen auf die Plaza, von der aus man aus 37 Metern Höhe einen spektakulären Blick auf die Hafencity, die Elbe und die Speicherstadt hat. „Mit der Elbphilharmonie hat das allgegenwärtige Thema Musik in Hamburg sozusagen ein eigenes Wahrzeichen bekommen“, so Tomas Kaiser, der seit vielen Jahren Touristen durch die Stadt führt und dabei jede Menge Spannendes zu erzählen weiß. Doch die Elphi, wie die Hamburger das spektakuläre Gebäude, das nach Plänen von Jacques Herzog und Pierre de Meuron gebaut wurde, nennen, ist längst nicht alles, was die Hansestadt musikalisch zu bieten hat. Gerade die klassische Musik hat hier eine lange Tradition, denn bereits 1867 wurde die Oper am Gänsemarkt als erstes bürgerlich-städtisches Theater Deutschlands eröffnet. Seit 2015 gibt es mit dem „KomponistenQuartier“ einen Ort, an dem Komponisten gewürdigt werden, die in Hamburg gewirkt haben, wie Johannes Brahms, Gustav Mahler, Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Philipp Telemann, Fanny und Felix Mendelssohn oder Johann Adolf Hasse. Anhand der sieben Komponisten wird hinter den wunderschön rekonstruierten Fassaden der Althamburger Bürgerhäuser die Stadtgeschichte vom Barock bis zum Beginn der Moderne erzählt.

Von der Plaza hat man einen tollen Blick auf die Elbe. BEATE RHOMBERG
Von der Plaza hat man einen tollen Blick auf die Elbe. BEATE RHOMBERG

Michel als Inspiration

„Gustav Mahler beispielsweise, war so tief bewegt von der St. Michaelis Kirche, liebevoll Michel genannt, dass er hier zu einigen Teilen der Auferstehungssymphonie inspiriert wurde“, erzählt Tomas Kaiser als wir beim Stadtrundgang das imposante Kirchenschiff, das als bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands gilt, passieren. „Was viele nicht wissen, ist, dass auch die Beatles in Hamburg ihre Karriere starteten“, erzählt er weiter und hat nun die volle Aufmerksamkeit aller Teilnehmer. Tatsächlich traten die noch unbekannten Beatles regelmäßig in kleinen Bars auf der Reeperbahn auf und lebten eine Zeit lang in Hamburg im Bambi Kino, bevor sie in den frühen 1960er Jahren die Welt im Sturm eroberten. Auf ihre Spuren kann man sich heute noch begeben, denn drei der Musikclubs, in denen die Beatles auf der Bühne standen, gibt es heute noch: das Indra, den Kaiserkeller und das Moondoo. Aber auch die geführten Beatles-Touren, bei denen bei den verschiedenen Stationen auch der ein oder andere Song auf der Gitarre zum Besten gegeben wird, sind ein tolles Erlebnis.

Überhaupt werden Musikfans in Hamburg wohl kaum an der Reeperbahn vorbeikommen. Abgesehen von den zahlreichen Clubs mit ihren Livekonzerten und dem berühmten Reeperbahnfestival, das hier jedes Jahr Ende September stattfindet und ganz St. Pauli in ein riesiges Festivalgelände verwandelt, befindet sich im sogenannten Kiez auch Udo Lindenbergs Panik City und das Stage Operettenhaus, in dem derzeit das von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeierte Tina Turner Musical gezeigt wird. Mit Adisat Sementisch als Tinas Mutter steht hier sogar eine Vorarlbergerin auf der Bühne.

Erstes Cirque du Soleil Musical

Während Disneys König der Löwen schon seit Jahren erfolgreich aufgeführt wird, feierte das weltweit erste Musical von Cirque du Soleil in Zusammenarbeit mit Stage Entertainment Mitte April Premiere und verbindet damit das Beste aus Musical und Artistik. Paramour heißt das grandiose Stück, das in der Neuen Flora in Hamburg aufgeführt wird. Während man im Publikum gespannt dem charismatischen Ressigeur AJ dabei zusieht, wie er in Hollywood nach einem neuen Talent für seinen nächsten Kinohit sucht und dabei die bezaubernde Indigo findet, wirbeln die Akrobaten, wie man es von den Aufführungen von Cirque du Soleil gewohnt ist, waghalsig durch die Luft und begeistern mit ihren Stunts. Natürlich darf dabei auch die dramatische Liebesgeschichte nicht fehlen…

Die Fassade der Elbphilharmonie.  Beate Rhomberg
Die Fassade der Elbphilharmonie. Beate Rhomberg

Hamburg

Anreise Zweimal täglich gibt es Direktflüge­ mit Sun-Air ab Friedrichshafen. Buchung und Flugzeiten auf www.sun-air.dk

Unterkunft Das Reichshof Hotel liegt direkt in der Innenstadt in der Nähe des Hauptbahnhofes. Wunderschöne Empfangs- und Frühstückshalle.
www.reichshof-hotel-hamburg.de

Fortbewegung Mit der Hamburg Card kann man für mehrere Tage die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Praktisch ist auch das Clever Shuttle.
Infos zu allen Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten auf

www.hamburg-tourism.de
Musical Paramour Tickets und Trailer gibt es hier.