Sommerfrische in der Stadt

Reise / 28.06.2019 • 09:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Erlebnis und Erholung – was die Schweiz außerhalb der Bergwelt noch zu bieten hat.

Die einen schwimmen schon, während andere noch über ihren Eiern brüten. Weder die Schwäne mit ihren flauschigen Kleinen, noch die anderen, lassen sich von den Besuchern des öffentlichen Bades und Baudenkmals Bains des Pâquis am Quai du Mont-Blanc stören. Daneben gilt es für einige Frühaufsteher tief einatmen, ausatmen und bewegen à la Tai-Chi, Sonnenhungrige liegen am Strand, und plötzlich schießt ein Wasserstrahl aus dem See. Die 140 Meter hohe Fontäne, der Jet d’Eau, überragt als imposantes Wahrzeichen die Skyline der Stadt. Es ist Sonntagmorgen kurz nach neun und wir sind mitten in Genf. Als Hauptsitz der Vereinten Nationen in Europa und des Roten Kreuzes ist die Stadt ein weltweites Diplomatie- und Bankenzentrum. Aber nicht hier und nicht heute. Darüber sind wir uns einig, während wir zum Frühstück Birchermüsli, Marmeladebrot und Kaffee am Ufer des Sees genießen und den Blick auf die mondänen Grandhotels und über die Berge schweifen lassen.

Grüne Stadt des Friedens

„Mit 45 Parks ist Genf eine grüne und nachhaltige Stadt, die voll von Kultur, Kunst und Geschichte ist“, sagt Guide Sandrine Palomera. Sie führt uns zur 100 Meter langen Skulpturenwand, die als Erinnerung an die internationale Ausstrahlung der Genfer Reformation errichtet wurde, vorbei an der Statue Henry Dunants und der Kathedrale St. Peter, bis hin zur berühmten Blumenuhr. Unterwegs erzählt sie, dass die Genfer Bevölkerung, mit einem Ausländeranteil von über 40 Prozent, in sozialem Frieden lebt und wie das geht. „Jeder von uns trägt die persönliche Verantwortung für die Gemeinschaft“, betont die Westschweizerin. Sommerfrische und Erlebnis pur ist, wenn ein feines Gourmet-Lunch serviert wird, während wir auf dem Deck des Belle-Époque Schiffes ruhig über den Genfersee gleiten und die Stadt und ihre Umgebung vorbeiziehen lassen. Ein Gläschen vom gekühlten weißen Chasselas ist das sprichwörtliche Tüpfchen auf dem i.­­

Taxiboot und Tram sind für uns mit der Transport Card des Hotels N’vY gratis. Wir steigen eine Station vor dem CERN, wo das World Wide Web erfunden wurde, aus und werden schon von Gideon Urbach und ebiketour.ch mit passenden Bikes und guten Tipps erwartet. Nahe der Grenze zu Frankreich sehen wir ab jetzt nur noch Weinberge und das mühelose Radfahren in herrlicher Natur ist genau das, was uns an diesem sommerlichen Tag gefällt. Später lassen wir die wunderbare Landpartie auf dem Weingut Domaine des Pendus von David Sossauer und Sévane Haroutunian mit ein paar Gläschen ihres feinsten Weines beim exquisiten Sonnenuntergang-Picknick ausklingen.

Am Neuenburger See

Unsere Reise setzten wir bequem mit dem IC5 der SBB fort und erreichen eine gute Stunde später das nächste Ziel. „In Neuchâtel schaut man sich gegenseitig zuerst auf das Handgelenk“, sagt Guide Christine Domon scherzhaft. Mit einer Rolex am Arm hat die ursprünglich aus Solothurn Stammende leicht reden. „Ein Geschenk“, fügt sie schnell hinzu. Dann dreht Christine die Uhr um gut 100 Jahre zurück, in die Belle Époque. Die Stadt am Neuenburger See mit mehr als 100 Brunnen und 34.000 Einwohnern hat viel vom Charme und Reichtum jener Zeit erhalten. So wundert es nicht, dass die Stadtkundige beim Queren des Englischen Gartens eine Kiste öffnet und kurzerhand zum alten Spiel mit Holzreifen und Stab einlädt. Neuenburg, so der deutsche Name der Stadt, ist aber viel älter als das. „Unser kleines intaktes Juwel mit mittelalterlichem Hintergrund feierte 2011 sein Millennium“, weiß die Stadtführerin. Jedes Haus entlang der engen kopfsteingepflasterten Straßen und die Gebäude rund um den

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