Fortsetzung der Geschichte Ein Schatz für Entdecker von Seite G1

Reise / 19.07.2019 • 08:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer nach Albanien reist, hat die Wahl zwischen eindrucksvollen Bergen, Seen und Urlaub am wunderschönen Sandstrand.
Wer nach Albanien reist, hat die Wahl zwischen eindrucksvollen Bergen, Seen und Urlaub am wunderschönen Sandstrand.

Albanien vor allem geprägt durch Mafia-Banden, eine übernatürlich hohe Mercedes-Dichte und die Narben eines brutalen, wahnwitzigen Regimes. Inzwischen haben einige spezialisierte Reisebüros mithilfe lokaler Agenturen Albanien ins Programm genommen. Der Nationalpark Shebenik-Jabllanica beispielsweise wird in den meisten Reiseführern kaum erwähnt. In dem Park an der mazedonischen Grenze leben Bären, ein Pärchen des gefährdeten Balkan-Luchses wurde gesichtet. Von den rund 2200 Meter hohen Gipfeln reicht der Blick bis zur Adria.

Albanien ist so arm, dass sich viele Bauern nicht einmal Pestizide leisten, sie verwenden seit Jahrhunderten das gleiche Saatgut. Neben dem Naturschutz hat auch die albanische Küche aus dieser Not eine Tugend gemacht. Zur ausgeprägten Slow-Food-Szene gehört etwa TV-Master Chef Gëzim Musliaka, der traditionelle Rezepte sammelt, wie das in Joghurt marinierte und gebackene Lammfleisch Tave, und sie mit italienischer Technik verfeinert. Ebenso berühmt ist Familie Uka, die sich dem Anbau alter albanischer Pflanzenarten verschrieben hat. Sie betreibt einen Lehr-Bauernhof nahe der Hauptstadt Tirana. Vater Rexhep – erster demokratischer Agrarminister des Landes und Bioprofessor – experimentiert mit Insektenfallen und Gemüsesorten, deren Schädlinge sich gegenseitig fressen. Sohn Flori, studierter Önologe, sammelt und belebt einheimische Rebsorten wie den roten Kellmet. „Wir wandern durch den Garten und hoffen, dass daraus mal ein Geschäft wird“, beschreibt Vater Uka die kommerziellen Absichten des im ganzen Land bekannten Biorestaurants.

Ex-Agrarminister Uka erinnert sich an die ersten Jahre nach der Öffnung 1992, als die staatlichen Mittel kaum reichten, um eine ausgehungerte und orientierungslose Gesellschaft zu ernähren. Der Tourismus war in den 90er-Jahren nur ein ferner Stern am Himmel. Seitdem habe sich das Land verändert, aber nicht entwickelt, sagt er: „Vor zehn Jahren gab es bei uns noch die Blutrache. Heute stehen die Männer mit einem Schnauzer im Hotel und servieren Frühstück.“ Der sanfte Tourismus kann kommen!