Genussvolle Tour durch Olhao

Reise / 02.08.2019 • 10:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bei einer Food Tour durch das Städtchen Olhao in der Algarve kommen Kultur und Kulinarik zusammen.

Von dieser Tour kommt niemand hungrig zurück. Die Olhao Food Tour ist weit mehr als ein kulinarischer Spaziergang. Joana mit den blitzenden Augen und dem Pferdeschwanz verspricht neben dem Gaumenschmaus auch viele neue Erkenntnisse. Ich bin an der Algarve, doch nicht da, wo es die meisten Touristen hinzieht, weil die Felsformationen am Strand so spektakulär sind. Hier rund um Olhao ist das Land flach, die Strände sind den vorgelagerten Inseln vorbehalten. Und zwischen dem Festland und den Inseln breitet sich eine Lagunenlandschaft aus, die sich mehrmals täglich verwandelt, je nachdem ob Ebbe oder Flut ist, der Naturpark Ria Formosa mit seinen Sandbank-Inseln, ein ebenso fragiles wie zauberhaftes Ökosystem. Hergelockt hat mich ein Krimi, geschrieben von dem deutschen Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt unter dem Pseudonym Gil Reibeiro: „Lost in Fuseta“. Schmidt schildert darin eindringlich den Reiz dieser Lagunenlandschaft, das Licht über dem Atlantik, die Liebenswürdigkeit der Portugiesen, die originelle Architektur der Dörfer und die Abgeschiedenheit der Inseln.

Joana lotst ihr Grüppchen nicht nur von einem Genuss zum nächsten, sondern auch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Örtchens. Zu der Freiluftgalerie hinter der Fischfabrik, wo schwarz-weiße Wandmalereien vom Alltag der Fischer erzählen; oder zu den Skulpturen, die Legenden verkörpern, die sich um Olhao ranken. Joana kennt sich aus in der Geschichte Olhaos, aber die 34-Jährige ist natürlich auch in der Gegenwart zu Hause. Sie kennt die Fischer, die auf dem Fischmarkt ihren Fang des Tages verkaufen. Den alten Joao, etwa, der zahnlos grinst, wenn er die Frische seiner Fische demonstriert. 73 Jahre hat er inzwischen auf dem Buckel, mit sieben hat er mit dem Großvater als Fischer angefangen. Es waren harte Zeiten damals, aber das Meer versprach reiche Ernte. Und man ging sorgsam um mit den Gaben der Natur. Das ist Joana auch heute wichtig: „Wir essen alles vom Fisch,“ sagt sie und dass die ganze Region so fruchtbar sei, dass nichts importiert werden müsse.

Fatima, grauhaarig und mütterlich, presst in ihrem kleinen Laden Alquimia da Terra den Geschmack der Algarve in Säfte. Dazu gibt es Mandel-Feigen-Sterne.