Einmal Weltraum und zurück

Reise / 27.09.2019 • 10:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Edelweiss/Loren Bedeli

Edelweiss/Loren Bedeli

An der Space Coast in Floridas Osten geht es vom Weltall direkt aufs Surfbrett.

M ein Rücken drückt sich immer fester in den Sitz, während der ganze Körper wie wild durchgeschüttelt wird und bei tosendem Lärm alles rundherum zu wackeln beginnt, bevor es plötzlich wieder ganz leise wird. So in etwa fühlen sich also Astronauten bei ihrem Start in den Weltraum. Besucher im Kennedy Space Center, dem Hauptsitz der NASA, können das in einem Simulator am eigenen Leib erfahren. Hier, an der sogenannten Space Coast Floridas, ganz im Osten des US-Bundesstaates, startete im Juni 1969 die Apollo 11 ihren Flug zum Mond. Wo früher nur ein einfaches Besucherzentrum war, hat man sich aufgrund der großen Konkurrenz der umliegenden Vergnügungsparks inzwischen angepasst und mit dem Kennedy Space Center ein unvergessliches Erlebnis geschaffen. Besucher können hier einen echten Astronauten treffen, sich aus nächster Nähe anschauen, wie ein Space Shuttle von innen aussieht, oder erfahren, wie Astronauten essen, schlafen oder die Toilette benutzen. Ein Unterfangen, das man nicht unterschätzen sollte.

Die größte Halle der Welt

Bei einer 40-minütigen Busfahrt über das Gelände werfen wir einen Blick auf die Abschussrampe und die sogenannten Crawler -Transporter, mit denen die riesigen Raketen transportiert werden. Und natürlich ist da noch das „Vehicle Assembly Building“, in dem die Raumfahrzeuge zusammengesetzt werden und das bereits aus weiter Ferne zu sehen ist. Es ist – was wäre die USA ohne Superlative – das größte einstöckige Gebäude der Welt und könnte die Freiheitsstatue locker in voller Höhe verschwinden lassen oder auch das Kolosseum samt Parkplätzen auf dem Dach beherbergen. „Alleine die amerikanische Flagge, die einen kleinen Teil des Gebäudes ziert, ist so groß wie ein Einfamilienhaus“, tönt es aus den Lautsprechern im Bus.

100.000 Menschen arbeiten derzeit für die NASA. Es ist allerdings schon acht Jahre her, seit das letzte Space Shuttle ins Weltall aufgebrochen ist. Seither wird nur noch an der privaten Raumfahrt gearbeitet. Neben SpaceX schickt auch Boeing noch im Oktober 2019 eine Rakete ins All. Wenn alles gutgeht, sollen bald drei Astronauten mit dem Starliner zur Raumstation ISS aufbrechen. Der Weltraum-Tourismus könnte also schon bald Wirklichkeit werden. Zu den Highlights des Besuches im Kennedy Space Center gehört aber bestimmt der Blick auf die gigantische Raumfähre Atlantis, die nach einem Video über das Shuttle-Programm der NASA plötzlich imposant hinter dem Vorhang auftaucht. In voller Größe zeigt sich die Ikone der jüngsten amerikanischen Geschichte von allen Seiten.

Surferparadies Cocoa Beach

Noch immer fasziniert von den vielen Eindrücken, geht die Fahrt vom Kennedy Space Center etwas weiter in den Süden. Hauptsächlich kennt man den Sunshine State noch immer für seine zahlreichen Vergnügungsparks wie Disney World, die Universal Studios, Seaworld und Co. Dass man hier aber auch wunderbar surfen kann, wissen nicht viele. Nur wenige Autominuten vom Kennedy Space Center entfernt,befindet sich Cocoa Beach, ein Paradies für alle Strandliebhaber und für Surfer oder solche, die es noch werden wollen. Die sanften Wellen, die man hier vor allem am Vormittag vorfindet, eignen sich nämlich hervorragend für Anfänger. Das wissen auch Todd und Calvin von der School of Surf. Nachdem für alle das passende Surfbrett ausgesucht ist, sich die ganze Gruppe dick mit Sonnencreme eingeschmiert hat und die ersten Trockenübungen erledigt sind, geht es mit den Riesenbrettern einmal über die Straße

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