Reise / 04.10.2019 • 11:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ausblicke während des Trails sind spektakulär. Am dritten Tag erreicht man erstmals das Meer. Beate Rhomberg (5)
Die Ausblicke während des Trails sind spektakulär. Am dritten Tag erreicht man erstmals das Meer. Beate Rhomberg (5)

Rehen und Hasen ist hier niemand mehr zu sehen. Ein paar Regenschauer wechseln sich mit Sonnenschein ab und Paddy und Lancer finden zielsicher den Weg auf dem unebenen Gelände. Heute wird es allerdings nicht nur für die Pferde sportlich, denn immer wieder müssen Schafgatter vom Pferd aus geöffnet und wieder geschlossen werden. Nach sechs Stunden beginnt so langsam auch unser Hintern zu schmerzen. Gerade rechtzeitig tauchen vor uns der nächste Ort und ein Pub auf. „Wollt ihr eine Pause machen?“, ruft die Besitzerin uns zu und zeigt uns nach einem begeisterten Nicken, wo wir die Pferde festbinden können. Ein Guinness und ein Sandwich geben uns genügend Kraft, um auch die letzte Stunde noch zu bewältigen. Diesmal erwarten uns schon Neily und seine Frau Barbara in der Nähe von Glenties. Am nächsten Morgen kehrt beim Füttern der Pferde und beim Packen der Satteltaschen bereits etwas Routine ein. Leider zeigt sich nun auch das irische Wetter von seiner ungemütlichen Seite und der Weg führt uns an diesem Tag auch entlang einiger Hauptstraßen. Die Pferde beweisen Nerven aus Stahl, während die Trucks mit bis zu 100 km/h an uns vorbeibrettern. Für uns ist es trotzdem ein Nervenkitzel und so sind wir froh, als wir am Abend durchnässt das Meer erreichen und im Hotel einchecken. Als wir am nächsten Tag im gestreckten Galopp über den menschenleeren weißen Sandstrand brettern, sind die Strapazen des Vortages aber auch schon wieder vergessen und so geht es auch die nächsten Tage, ab jetzt zum Glück bei Sonnenschein, wieder weiter über Stock und Stein bis wir am Freitag schließlich unser Ziel erreichen und uns nach vielen tollen Begegnungen mit den unglaublich gastfreundlichen Iren (wo sonst würde einen der Pubbesitzer nach ein paar Drinks persönlich nach Hause fahren, weil es kein Taxi mehr gibt?) und um eine einzigartige Erfahrung reicher, auch schon wieder von unseren treuen Begleitern verabschieden müssen. Nach ein paar letzten Streicheleinheiten zurück auf der Horse Holiday Farm galoppieren Paddy und Lancer auf der Weide davon, wo sie sich nun eine Woche Pause mehr als verdient haben.