Reisetipp Mauritius: Nur zum Baden viel zu schade

Reise / 10.11.2019 • 11:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Palmenstrände und Luxushotels laden zum süßen Nichtstun auf Mauritius ein. Aber die Insel bietet noch viel mehr.

Port Louis „Darf ich Ihren Koffer auspacken? Möchten Sie gerne ein erholsames Bad?“ Der Hotelboy strahlt mich mit seinen blütenweißen Zähnen an. Eine Schale mit Ananas, Mango und Papaya steht schon auf dem Tisch. Über die Terrasse huscht ein grüner Gecko. Zwei leuchtend rote Webervögel hüpfen zwitschernd in den Zweigen des Tamarindenbaums. Das Meer rauscht in der Ferne. Willkommen im Paradies. Kein Hotel auf Mauritius darf höher gebaut werden als die umliegenden Palmen wachsen. Aber von überdimensionalen Bettenburgen werden Urlauber auf der Insel im Indischen Ozean ohnehin verschont. Und an den endlosen weißen Sandstränden wird es nie zu eng – es gibt einfach zu viele davon. Dabei sind die Strände für jedermann frei zugänglich. Aber es lohnt sich, Mauritius auch abseits der Badestrände zu entdecken. Der kosmopolitische Mix aus Kulturen, Sprachen und Religionen lässt sich nirgendwo besser erleben als in Port Louis, der quirligen Hauptstadt. Beim Bummel durch die historischen Markthallen und im modernen Shoppingzentrum Caudan am Hafen tauchen Reisende in die multikulturelle Vielfalt ein. „C‘est mari bon, Madame“, – „das ist sehr schön, Madame“ – preist ein Verkäufer in Kreolisch, der französischen Mundart, mit fröhlicher Gelassenheit farbenprächtige Pashmina Tücher an. An jeder Straßenecke wird etwas verkauft: exotische Früchte, fremdartige Gemüsesorten, duftende Gewürze, Fisch und Fleischwaren, aber auch Souvenirs, Kochtöpfe, Hausrat – es herrscht hektische Betriebsamkeit.

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Um einen Eindruck zu bekommen, wie die Insel vor Ankunft der ersten Siedler aussah, bietet sich der Besuch der unter Naturschutz stehenden Insel Ile aux Aigrettes in der Bucht vor Mahébourg an. Unter der Regie der Mauritian Wildlife Foundation wird dort die ursprüngliche Fauna und Flora wiederhergestellt und bewahrt. Die größte Attraktion sind jedoch die freilaufenden Aldabra-Riesenschildkröten. Schildkröte Elisabeth ist erst 22 Jahre alt, wiegt aber fast 300 Kilo. „Wir pflegen hier 19 Schildkröten, und weitere 15 Babyschildkröten sind auf der Insel zur Aufzucht“, erklärt Harene Françoise, die junge Mitarbeiterin der Mauritian Wildlife Foundation. Sie begleitet die Besucher über die menschenleere Insel zu den tonnenschweren Kolossen. Wer Schildkröten im Meer bewundern möchte, der muss beim Tauchen Glück haben. Aber auch beim Schnorcheln erlebt man eine ganz neue Welt. Da sich rings um Mauritius eine von Korallenriffen geschützte Lagune zieht, ist das Meer ruhig und klar.

Die schönsten Schnorchelreviere sind in der Blue Bay südlich von Mahébourg und vor der Halbinsel Le Morne. Farbenprächtige Doktorfische, Gelbkopfmuränen und türkisblaue Papageienfische tummeln sich zwischen violetten und orange-gelben Korallen. Und nicht nur die Schwimmer kommen ins Staunen. Auch manche Fische wundern sich über die Besucher und wagen sich neugierig ganz nahe heran.
Nur aus der Ferne bewundern können Besucher die Cascade Chamarel. Aus 100 Metern Höhe stürzen die Wasserfälle in die Tiefe. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe des Black River Gorges National Parks. Während man sonst an schier endlosen Zuckerrohrplantagen entlangfährt, ist die Fahrt in den wilden Südwesten der Insel abenteuerlich. Auf kurvigen Straßen geht es durch eine zerklüftete, grüne Bergwelt. Wer Mauritius erwandern möchte, der ist dort genau richtig. Vom höchsten Berg der Insel, dem 828 Meter hohen Black River Peak, reicht der Blick weit über den dichten tropischen Regenwald zu den Steilhängen der Savanne Mountains. Hoch am Himmel kreisen elegant zwei Paille en Queue, tropische weiße Vögel mit langen, zierlichen Schwanzfedern. Die Vögel lieben die entlegenen Bergwälder.

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Zurück in der mondänen Hotelwelt sind die Strände am Abend fast leer, vereinzelt bewundern Gäste den Sonnenuntergang. Tiefrot versinkt die Sonne im Meer. In den Zimmern und Suiten haben fleißige Hände bereits die Vorhänge zugezogen und eine Flasche Rosé kühl gestellt. Ob ich einen schönen Tag erlebt habe, fragt mich der liebenswürdige Hotelboy. Nicht nur schön war mein Tag, er war „mari bon“ – sehr schön! Sybille Boolakee (SRT)

Mauritius

Anreise Die Anreise per Direktflug (z.B. ab Zürich) dauert etwa elf Stunden.

Einreise Österreicher benötigen für die Einreise kein Visum.

Beste Reisezeit Von September bis November und von April bis Juni.

Sprachen Englisch (Amtssprache), Französisch und Kreolisch.