Reise / 06.12.2019 • 11:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Haupteinkaufsstraße „Korzo“ erinnert mit ihren schönen ­Häusern daran, wie reich Rijeka einst war. Shutterstock (5)
Die Haupteinkaufsstraße „Korzo“ erinnert mit ihren schönen ­Häusern daran, wie reich Rijeka einst war. Shutterstock (5)

Kaffeehäuser im Wiener Stil sind ein Erbe aus der Habsburger Epoche, italienische Ristoranti erinnern daran, dass Rijeka zeitweise von Italien regiert wurde. Dazu kommen die typischen Konobas, kleine Tavernen, die mit Njoki, Rizoto und Surlice Gerichte auftischen, deren Herkunft leicht zu erraten ist: Gnocchi, Risotto und Schupfnudeln.

Die Nahtstelle zwischen Altstadt und jüngerer Vergangenheit beginnt neben der barocken Rundkirche des Heiligen St. Vitus. Hinter einer Eisentür geht es hinab in einen 350 Meter langen und bis zu zehn Meter tiefen Tunnel, der unter der Altstadt bis zur Grundschule Dolac führt. Er schützte zunächst die Bewohner vor den Bomben der Alliierten im Zweiten Weltkrieg und in den 1990er-Jahren vor den Geschützen der Jugoslawienkriege. Erst 2017 wurde er für das Publikum freigegeben und avancierte sofort zu einer beliebten, kostenlosen Touristenattraktion mit einem gewissen Gruselfaktor, der sich bestens für Partys und Konzerte eignet.

Erneuerung des Flussufers

Abblätternde Fassaden, kaputte Fenster sowie verschlossene Tore: Verlassene Werkhallen und Ruinen gehören zum Stadtbild Rijekas. Der Industrieboom im 19. Jahrhundert nutzte die Wasserkraft des Flusses Rjecina, der die Stadt teilt, als günstige Energiequelle. Doch viele Fabriken gingen nach der Wende pleite. Rijeka kämpft seitdem mit hoher Arbeitslosigkeit. Ein Schwerpunkt des Kulturhauptstadtprogramms liegt daher auf der Erneuerung des Flussufers sowie der Industriebrachen. Ein Großteil des 30-Millionen-Euro-Etats fließt in dementsprechende Projekte.

Einiges ist bereits zu besichtigen. Das Museum of Modern and Contemporary Art ist in einer ehemaligen Gießerei und Motorradfabrik untergebracht. Für das Haus der Kinder werden eine Tabak­trocknungsanlage und für die neue Stadtbibliothek ein altes Gebäude des sogenannten Bencic-Blocks umgebaut. Geht alles nach Plan, dann wird rechtzeitig zur Eröffnung des Kulturjahres eine Zipline für Wagemutige die altehrwürdige Burg Trsat hoch über Rijeka mit dem neuen Kulturzentrum am Fluss verbinden.