Neuseelands Nordinsel

Reise / 03.01.2020 • 10:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Goldfarbene Strände, saftig grüne Weiden, blauschimmernde Gletscherfelder. Und manchmal faucht ein Vulkan

In Momenten wie diesen ist man heilfroh um jedes Pfund auf den Rippen. Denn bei Sturmböen bis zu 100 Kilometer in der Stunde müsste ein Leichtgewicht befürchten, wie ein Stück Papier davonzusegeln. So kauern wir am Boden, um dem wütenden Sturm möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Wir sind unterwegs auf dem Tongariro Trail. Trittfestigkeit und eine gute Kondition braucht man für den 20 Kilometer langen Trail, der über den Ngauruhoe Vulkan führt. Mit Erreichen des Gipfels landet man auf der windgeschützten Seite des Bergs. Uff, geschafft. Lohn der Aufregung ist der Blick auf eine fast außerirdisch wirkende Lavalandschaft und smaragdgrüne Kraterseen, die Emerald Lakes. Kein Wunder, dass die kargen Lavafelder in den „Herr der Ringe“-Filmen als Ort für Mordor herhalten mussten. Unser sturmumtoster Vulkan durfte den Schicksalsberg mimen. Am Ufer eines Sees legen wir die dringend herbeigesehnte Rast ein, bevor wir die zweite Hälfte der Wegstrecke bergab in Angriff nehmen. In der Ferne können wir den riesengroßen, tiefblauen Kratersee Lake Taupo ausmachen, unser nächstes Etappenziel.

Wir sind auf der Nordinsel Neuseelands unterwegs. Und wie vermutlich für jeden der jährlich 3,5 Millionen Besucher geht auch für uns ein langgehegter Reisetraum in Erfüllung. Schnell vergessen ist die rund 30-stündige Anreise aus Deutschland und der bei zwölf Stunden Zeitunterschied unvermeidliche Jetlag. Bereits nach den ersten zwei Tagen in der Metropole Auckland, wo rund ein Drittel der 4,5 Millionen Einwohner Neuseelands lebt, hat uns der Kiwi-Charme am Wickel. Multi-Kulti-Flair, lässiger Lebensstil, todschicke Bars und Restaurants und power-geladene Leute, die mit einer Extraportion Freundlichkeit und guter Laune gesegnet sind. Die Region rund um Auckland wird von 48 Vulkangipfeln dominiert, von denen aus sich spektakuläre Rundumblicke über die Stadt und den Hafen öffnen. „City of Sails“ wird Auckland wegen der weltweit höchsten Segelboot-Dichte pro Kopf auch genannt.