Erlebnistour mit dem Dreirad

Reise / 17.01.2020 • 09:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Geliebt und unverzichtbar: Die dreirädrigen Tuktuk-Taxis knattern zu Tausenden über die Tropeninsel Sri Lanka.

Chanaka hat extra für seine zwei Gäste – mehr passen nicht ins Tuktuk – sein neues Hemd angezogen, ein Trikot des FC Barcelona. Und für die Privattour hat er auch extra sein Gefährt aufpoliert, sein geliebtes „Piratenschiff“, dekoriert innen und außen mit Figuren aus dem Film „Fluch der Karibik“. Für sein Dreiradtaxi hat er lange gespart. Chanaka möchte den Besuchern sein persönliches Sri Lanka zeigen, seine kleine Heimatregion irgendwo im Südwesten im Hinterland zwischen den Touristenorten Bentota und Galle.

Die Sträßchen winden sich wie eine Riesenschlange durch üppiges, dampfiges Tropengrün. Überall verstecken sich Behausungen hinter Bäumen und Büschen – viele kleine, oft windschiefe Holzhäuser mit Gärtchen, aber auch stattliche, frisch getünchte Landhäuser mit gepflasterter Einfahrt und Mauer drumherum. In gemütlicher Geschwindigkeit knattert der „Threewheeler“, wie die Gefährte hier auch heißen, durch die Landschaft. Ab und zu trottet gemächlich ein Waran über die Fahrbahn. Der Fahrtwind ist gerade richtig gegen das tropisch-warme Klima. Es entsteht ein gänzlich anderes Fahrgefühl, ganz ohne andauernde Schrecksekunden wie im quirlig-chaotischen Stadtverkehr. An einem grob gezimmerten Obststand kauft Chanaka für ein paar Rupees rote Bananen. Die seien zwar teurer, aber viel fruchtiger im Geschmack als die allseits bekannten kleinen gelben. Die Reisfelder leuchten in einem fast unwirklich kräftigen Grün. Wie hingemalt stehen riesige Kokospalmen am Rand. Durch die nassen Ackerfurchen waten knochige Kühe, immer umringt von zwei, drei weißen Reihern, ab und zu schlägt ein Pfau sein Rad. Über weite Strecken liegt süßlich-würziger Zimtduft in der Luft. Kein Wunder, liegen doch überall kleine und große Plantagen mit den bis zu zwölf Meter hohen Zimtbäumen. Bei da Silva & Sons, einer der ältesten Zimtfarmen der Region, kennen alle den Rikscha-Chauffeur. Deshalb nimmt sich auch der alte Amal etwas Zeit, um zu zeigen, wie Zimt gewonnen wird. In mühevoller Handarbeit werden mit einem

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