Reise / 24.01.2020 • 08:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Architekt Ieoh Ming Pei, der schon für den Louvre plante, hat sich mit dem Museum für Islamische Kunst auch in Doha verewigt.
Der Architekt Ieoh Ming Pei, der schon für den Louvre plante, hat sich mit dem Museum für Islamische Kunst auch in Doha verewigt.

dessen gedrehte dynamische Form an einen Wirbelsturm erinnert. Dort wird bald die deutsche Botschaft einziehen. Platzhirsch in Westbay ist das von dem Libanesen Marwan Zgheib gegründete Architekturbüro MZ & Partners, das auch an der Energy City Katar beteiligt ist – und natürlich auch am Bau der 32 für die umstrittene Fußball-WM geplanten Stadien. In Lusail, ebenfalls einem Stadtteil aus der Retorte, hat das Büro von Sir Norman Foster das Stadion für das Eröffnungsspiel wie eine goldene Schüssel geplant. An die Form von Dhau-Segeln erinnert das Al Wakrah Stadion, entworfen von Zaha Hadid Architects.

Die großen Namen der Architektur

Doch nicht nur in Westbay und in den Stadien haben sich die großen Namen der Architektur ein Denkmal gesetzt. Jean Nouvel hat auch das Nationalmuseum in Form einer Wüstenrose geplant, einen faszinierenden, aber auch gigantischen Bau, in dem sich der ganze Nationalstolz des kleinen Landes zeigt. Gleich in der Nähe recken sich die zwei Minarette der neuen Moschee in den Himmel wie Startrampen eines Weltraumbahnhofs. Mangera Yvars Architects haben den ikonischen Bau für die Fakultät für islamische Studien verwirklicht. Und für das Doha Visitors and Convention Center zeichnete der deutsch-amerikanische Architekt Helmut Jahn verantwortlich.

Kein Wunder, dass der Scheich auch im Untergrund Wert auf schöne Architektur legt. Drei U-Bahn-Linien sind geplant, eine ist eröffnet. Doha Metro ist eines der wichtigsten Bauprojekte im Vorfeld der Fußball-WM. Die hohe Wölbung der Räume und das auffällige Lichtkonzept schaffen in den Bahnhöfen eine fast sakrale Atmosphäre, zumal sie noch eher menschenleer sind. Das soll sich bald ändern: Bis zur WM sollen 38 Stationen fertig sein. Bei der Menge von Arbeitern, die auf Qatars Baustellen schuften, wohl keine unerfüllbare Vision.

Man denkt eben groß in dem Emirat – und kann es sich leisten. Auch die liegende Skulptur „Holiday“ von Kaw ist mit 30 Metern Höhe riesig. Die Installation soll nach dem Willen des Künstlers dazu anregen, in unserer hektischen Welt auch mal zu entspannen …