Von Barock bis Jugendstil

Reise / 09.02.2020 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
SHUTTERSTOCK

Sloweniens Hauptstadt Ljubljana ist auch im Winter immer eine Reise wert.

Ljubljana Sobald sich ab Ostern die Sonnenschirme der Restaurants und Bars an den Ufern der Ljubljanica öffnen, fallen die Besucher in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana ein. Im Winter geht es deutlich ruhiger zu, denn sowie es warm wird, ist der Übertourismus in der knapp 300.000-Einwohner-Stadt kein Fremdwort mehr, und die Hotels sind gut gebucht. Zu malerisch ist die unterhalb der Burg gelegene Altstadt mit der barocken Kathedrale und dem quirligen Markt. Die vielen Jugendstilbauten der Wiener Sezession beeindrucken. Zudem hat der Architekt Jože Plecnik in den 1930er-Jahren Ljubljana seinen Stempel aufgedrückt. Da wären zum Beispiel die drei Brücken (Tromostovje) über den Fluss, die Ljubljanas Besucher unmöglich verfehlen können, markieren sie doch das Stadtzentrum. Geschaffen hat sie eben jener Jože Plecnik, indem er die mittlere Anfang der 1930er-Jahre mit zwei Fußgängerbrücken flankierte.

Prachtvolle Franziskanerkirche

Am gegenüberliegenden Ljubljanica-Ufer lockt der Prešerenplatz mit der rosa leuchtenden Barockfassade der Franziskanerkirche Mariä Verkündigung. Die Marienstatue über dem Eingang ist die größte der slowenischen Hauptstadt. Den Prešerenplatz säumen aber auch Meisterwerke des Jugendstils, darunter das Hauptmann-Haus, das als eines von wenigen Gebäuden das große Erdbeben von 1895 überstand. Der Farbenhändler Adolf Hauptmann ließ es 1904 mit bunten Keramikfliesen im Stil der Wiener Sezession vom Architekten Ciril Metod Koch renovieren.

Eine weitere Jugendstilperle ist das Kaufhaus mit der Merkurstatue, das der Händler Felix Urbanc 1903 vom Architekten Friedrich Sigmundt errichten ließ. Noch heute ist Ljubljanas erstes Kaufhaus gut im Geschäft und als Galerija Emporium nun auf Mode spezialisiert. Von einer Hausfassade der Seitenstraße Wolfova Ulica linst Julija Primic auf den nach dem Dichter France Prešeren (1800 bis 1849) benannten Platz. Er war in die schöne Julija verliebt, aber die beiden kamen nie zusammen. Dafür hält nun eine Muse einen Lorbeerzweig für den Dichter, aus dessen Gedicht Zdravljica der Text der slowenischen Nationalhymne stammt. Vom Prešerenplatz sind es nur ein paar Schritte zum Grand Hotel Union mit seiner fast hundert Meter langen Jugendstilfassade, deren Pflanzenornamente mit jeder Etage wechseln. Gebaut hat das Viersternehotel der Architekt Josip Vancaš 1905 im Stil der aus Wien inspirierten slowenischen Sezession. Wer die Übernachtungskosten scheut, sollte sich einen Kaffee im Union Café oder einen Drink in der Lobby Bar gönnen. Besonders imposant sind die kunstvoll gearbeiteten Ätzglasfenster des Hotels, an dessen Wänden sich Stuckfiguren wölben.

Jenseits der drei Brücken säumen zweigeschossige Markthallen das Ufer. Selbst bei Schnee und Eis laden ihre Kolonnaden mit vielen Geschäften und Restaurants zum Lustwandeln ein. Geradezu überwältigend ist das Angebot an den Ständen des Marktplatzes Pogacarjev Trg. Besonders stolz sind die Slowenen auf ihr einzigartiges Wurstangebot und Käse wie den harten Tolminc aus der Rohmilch von Kühen.

Ljubljanas drei Brücken führen auf den Prešerenplatz mit der Franziskanerkirche. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Ljubljanas drei Brücken führen auf den Prešerenplatz mit der Franziskanerkirche. Shutterstock

Die Burg von Ljubljana

Wer sehen möchte, wo das Wappen den Drachen zeigt, der gelangt mit der Standseilbahn zur 300 Meter hoch gelegenen Hauptsehenswürdigkeit, der Burg mit bestem Hauptstadtblick. In der auch als Laibacher Schloss bekannten Burg gibt es viel zu entdecken. Zwei Museen laden zum Besuchen ein. Eines ist dem Puppentheater, das andere der Geschichte Sloweniens gewidmet. Im fünfeckigen Turm werden Wechselausstellungen verschiedener Künstler gezeigt.

Vom Aussichtsturm bei der Burg hat man einen schönen Blick auf das Meisterwerk des Architekten Jože Plecnik, Sloweniens National- und Universitätsbibliothek (NUK). Ihre Pferdekopf-Türklinken symbolisieren den Pegasus als mythologisches Pferd, das Bibliotheksbesucher in die Welt des Wissens trägt. Wer sie drückt und hineingeht, der steht vor Plecniks von 32 Marmorsäulen gesäumten, schwarzen Treppe, die golden leuchtet. Schließlich soll die NUK ein „Goldener Tempel des Wissens“ sein. Christian Boergen (Srt)

Ljubljana

Land Slowenien

Deutscher Name Laibach

Einwohner 279.631 (2016)

Währung Euro

Reisezeit In den Sommermonaten kann Sloweniens Hauptstadt ganz schön überfüllt sein, im Winter hat man viele Sehenswürdigkeiten für sich alleine.