Reise / 24.06.2022 • 10:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neben Kulinarik und Design hat Valencia auch einewunderschöne Altstadt zu bieten. Unsplash
Neben Kulinarik und Design hat Valencia auch eine

wunderschöne Altstadt zu bieten. Unsplash

wunderschöner Jugendstilbau, unter dessen Stahlkonstruktion mit Kuppel rund 900 Händler an sechs Tagen in der Woche frisches Obst und Gemüse, Wurstwaren, Fleisch sowie Fisch und Meeresfrüchte feilbieten. „Wie überall in Europa sind die Lebensmittelpreise seit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine erheblich gestiegen“, berichtet Laura Llopis. Ein Vorteil für die Gastronomen der Stadt ist laut Llopis die fruchtbare Huerta de Valencia, eine Fläche von rund 500 Quadratkilometern bewässerter Felder rund um Valencia. „Die von den Römern über die Goten bis zu den Mauren kultivierten Anbauflächen sind im Ausland bekannt für riesige Orangenplantagen“, erklärt Laura Llopis. „Aber hier wächst noch viel mehr, von Reis über Gemüse bis zu Mango und Avocado.“

Null-Kilometer-Philosophie

Eine besonders enge Verbindung zur Huerta hat Zwei-Sterne-Koch Ricard Camarena. Seit rund zehn Jahren bezieht er das Gemüse für seine vegetarisch inspirierten Menüs fast ausschließlich von Toni Misiano aus dem Dorf Albalat dels Sorells, rund acht Kilometer nordöstlich von Valencia. „Ich habe mich der Null-Kilometer-Philosophie verschrieben“, erklärt der 48-jährige Chefkoch. Seine Menüs plant er täglich nach der frühmorgendlichen Lieferung der frisch geernteten Gemüse.

„Dadurch kann ich nachhaltig das Frischeste anbieten, was die Huerta hergibt“, so Camarena. Auch wiederentdeckte traditionelle Techniken wie die Fermentierung und die Konservierung durch Einkochen finden Eingang in seine preisgekrönte Küche. Die ersten Gänge wie eine kalte Brühe aus Tomaten, Pilzen und wilder Minze, kleine Kohlrabimaultaschen gefüllt mit gegrilltem Gemüse oder in Johannisbrotmehl marinierter Thunfisch serviert der Chef in seinem Restaurant an einem Stehbüffet auf eigens für das Restaurant hergestelltem Keramik-Geschirr allen Gästen persönlich.

Das mit Holz ausgekleidete und durch große Fenster mit Tageslicht versorgte Restaurant in einer alten Pumpenfabrik ist trotz stolzer Preise häufig ausgebucht.