Der Weg beginnt zu Hause

Reise / 25.11.2022 • 10:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Weg beginnt zu Hause

Kultur und Natur, Geschichte(n) und Kulinarik säumen den Jakobsweg nicht nur für Pilger.

Im Norden Spaniens ist wohl kaum die Rede davon, dass alle Wege nach Rom führen. Denn hier weiß fast jedes Kind, dass viele Wege in Santiago de Compostela in Galicien enden – dort, wo sich der Überlieferung nach das Grab des Heiligen Jakobus befindet. Als Jakobsweg, Camino de Santiago, gilt in Spanien vorwiegend der Camino Francés. Dieser Hauptweg beginnt von Frankreich kommend in den Pyrenäen und verbindet auf einer Länge von 800 Kilometern fünf autonome Gemeinschaften. In Spanien heißt es „El camino comienza en su casa“, also „Der Weg beginnt in Ihrem Haus“. Auf den Pilger Jean-Michel aus Toulouse trifft genau das zu. Er machte sich tatsächlich von der Haustür aus auf den Weg und erzählt in Canfranc in Aragonien von der befreienden Wirkung seiner bisher zweiwöchigen Wanderung. In den Pyrenäen, in Canfranc Estación, begegnet uns auch die bewegte Geschichte eines Bahnhofs, der am 18. Juli 1928 eröffnet wurde. Ein Gebäude mit einer Länge von nahezu 250 Metern, hier an der Grenze zu Frankreich, auf einer Höhe von 1194 Metern – wozu denn das? Die Antwort weiß Georges Garcia. Er öffnet da und dort den Bauzaun, um die Besucher näher an das außen fertig renovierte Objekt heranzuführen. Innen ist es noch nicht zur Besichtigung freigegeben, obwohl umgebaut zu einem Fünf-Sterne-Hotel, die Eröffnung kurz bevorsteht. Den symmetrisch angelegten Bau mit der zentralen Bahnhofshalle, die künftig eine öffentlich zugängliche Hotellobby wird, erklärt der Guide mit der ursprünglichen Nutzung durch Spanien und Frankreich. „Jeder Staat brauchte seine eigene Infrastruktur für die Abwicklung der Gütertransporte, die aus Zollformalitäten und Administration bestand“. Dass sich diese 1970 stillgelegte Achse nicht als Erfolgsmodell auf Schienen erwies und im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg außerdem für unrühmliche Schlagzeilen sorgte, bestreitet Georges nicht. Lieber aber präsentiert er den auf dem Areal neu errichteten Bahnhof, der nun die Passagiere und Güter aus Aragoniens Hauptstadt Saragossa empfängt. Bis zur geplanten

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