Kleines Land mit großer Vielfalt

Reise / 02.12.2022 • 11:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kleines Land mit großer Vielfalt

Atemberaubende Landschaften, die herzlichen Menschen, großartiges Essen und ein Weltwunder machen eine Reise nach Jordanien zum ganz besonderen Erlebnis.

Nur wenige Flugstunden von Zürich entfernt befindet sich ein wahres Juwel, das für viele abseits des Weltwunders Petra noch gänzlich unbekannt ist. Selbst wer nur vier Tage Zeit hat, kann mit Petra, dem Toten Meer, Wadi Rum und vielleicht sogar Akaba die größten Highlights des Landes erleben. Auf jeden Fall aber sollte man auch einen Tag in Jordaniens Hauptstadt Amman einplanen, denn es gibt viel zu entdecken, wie etwa die Zitadelle, deren Relikte auf dem Jabal Al Qal’a, einem der höchsten Hügel der Stadt, thronen. Beim Spaziergang durch das Gelände erfahren wir nicht nur viel über die Geschichte des Landes, auch der Blick über die Stadt ist spektakulär. Knapp die Hälfte der 10 Millionen Einwohner Jordaniens lebt in der Hauptstadt. Amman ist Finanzzentrum, Handelsort und politisches Zentrum, hat sich aber seine Traditionen bis heute bewahrt. Schließlich gilt die jordanische Hauptstadt als eine der ältesten bewohnten Städte der Welt. Einen Blick darauf bietet uns wenige Minuten später das römische Amphitheater am Fuße des Zitadellenhügels, das beinahe vollständig erhalten ist. Alt und Jung erklettern die Treppen des Theaters, schießen Fotos oder lauschen dem Flötenspiel eines Straßenmusikers.

Süßigkeiten und Datteln

Es ist vergleichsweise ruhig, als wir nachmittags durch die Straßen von Amman schlendern. Freitag ist hier, wie in allen muslimischen Ländern, der wöchentliche Ruhetag. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Vor dem unscheinbaren Laden von Habibah Sweets steht man aber auch heute Schlange. Was wie ein bescheidener Straßenstand aussieht, ist seit 1951 einer der bekanntesten Hersteller von Kunafa und anderen süßen Köstlichkeiten. In Jordanien gehört das warme, in Sirup getränkte Käsegebäck mit weicher Grieskruste zu den beliebtesten Süßigkeiten. Angeboten werden aber selbstverständlich auch andere orientalische Desserts, wie Baklava, gefüllte Datteln oder die leckeren Sesamkekse, die uns in den nächsten Tagen noch öfter unterkommen werden.

Sehnsuchtsziel Wadi Rum

Ein harter Kontrast zum Leben in Amman ist nur vier Autostunden weiter südlich der traditionelle Alltag der Beduinen im Wadi Rum. Auf der Ladefläche sitzend, rauschen wir mit dem Jeep durch die Wüste und begeben uns auf die Spuren von Lawrence von Arabien und auf die des Marsianers Mark Watney, für den die spektakuläre Wüstenlandschaft ebenfalls als Drehort diente. Während vor uns langsam die Sonne untergeht, erzählt Ahmed vom Leben in Jordanien. Dass im Land fast alle Englisch sprechen, macht den Austausch mit den Menschen einfach. Als würden wir uns schon lange kennen, wird gewitzelt und auch über ernstere Themen gesprochen. Die Gastfreundschaft wirkt hier nicht aufgesetzt, sie kommt von Herzen. Das merken wir auch, als unser Fahrer Jakob uns zurück im Bus diesmal nicht nur mit seinem freudigen Lachen begrüßt, sondern uns mit Waffeln beschenkt. „Ich habe beim Einkaufen an euch gedacht“, ruft er fröhlich, als wir einsteigen. Dass er extra für uns seine Oud, ein arabisches Zupfinstrument, eingepackt hat und uns zur abendlichen Teezeremonie im Wüstencamp etwas vorspielt, bereitet ihm wohl genausoviel Freude wie uns. Übernachtet wird mitten in der Wüste, in runden, futuristischen Zelten. Weil sie vorne durchsichtig sind, bieten sie einen wunderschönen Blick auf die Landschaft und den Sternenhimmel, doch unsere Nacht ist nur kurz, denn frühmorgens, noch im Dunkeln, warten Mohammed und Abdullah bereits mit ihren Dromedaren auf uns. Seine Tiere habe er

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