Reise / 09.12.2022 • 13:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer die Kälte nicht scheut, wird in Ontario auch im Winter mit traumhaften Ausblicken belohnt. Shutterstock
Wer die Kälte nicht scheut, wird in Ontario auch im Winter mit traumhaften Ausblicken belohnt. Shutterstock

Kurz: Im mehr als 7700 Quadratkilometer großen Algonquin-Nationalpark, dem ältesten des Bundesstaats, kann man die Zivilisation für eine Weile hinter sich lassen. Erst recht im Winter, wenn von den zahlreichen Kanuwanderern des Sommers ebenso jede Spur fehlt wie von den winterschlafenden Schwarzbären und sich nur wenige Gäste in die tiefverschneite Wildnis wagen. So wie unsere Gruppe. Doch wir sind ja zum Glück nicht allein, sondern genießen die Gesellschaft von Mauricio, Baris und Sage. Was die drei eint: die Leidenschaft für ihren Job als Guides und „Kümmerer“. „Die größte Genugtuung für uns ist, wenn die Besucher erkennen“, meint Mauricio, „dass man sich im kanadischen Winter nicht drinnen verkriechen muss, sondern viel draußen unternehmen kann.“ So steht für uns Ontario-Erkunder tags darauf Backcountry Skiing auf dem Programm. Der Unterschied zum Langlauf? Statt in gespurten Loipen müssen wir uns diese mit den ausgeliehenen Latten selbst legen. Mauricio und Baris ziehen vorne weg, erst über den supernahen zugefrorenen Surprise Lake und dann zwischen verschneiten Bäumen und Büschen hindurch quer durchs Gelände, mal etwas rauf, mal etwas runter, durchaus auch mal über höhere Hügel. Belohnt werden wir mit Ausblicken auf den verschneiten Wald. Und wie bestellt weist uns Baris auf Pfotenabdrücke im Tiefschnee hin. „Hier sind Wölfe langgekommen“, meint er .

Artenreichtum im Nationalpark

Bei einer späteren Schneeschuhtour kommen noch zahlreiche weitere tierische Eindrücke dazu, leben im Nationalpark doch zahlreiche Elche, Füchse, Biber, Stachelschweine, Waschbären, rund 250 Vogelarten und vieles mehr. Bei der jetzigen Ski-“Abfahrt“ bleibt aber keine Zeit, auf die Fauna zu achten. Es gilt ausschließlich, bei zunehmender Geschwindigkeit, in der Vorgängerspur zu bleiben. Ein Unterfangen, das nicht allen gelingt, dafür eine Schneelandung. Ein großer Spaß, auch weil man im Anschluss die nassen Klamotten ja vor dem Kamin und sich selbst in der benachbarten Holzsauna, die Sage schon angefeuert hat, trocknen und aufwärmen kann.

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