Reise / 30.12.2022 • 11:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Eleusis sind heute noch Dutzende Schiffswracks aus der Zeit vorhanden, als der Hafen von großer Bedeutung war. Shutterstock (6)
In Eleusis sind heute noch Dutzende Schiffswracks aus der Zeit vorhanden, als der Hafen von großer Bedeutung war. Shutterstock (6)

Namen „Veszprém – Balaton 2023“. „Kulturhauptstadt heißt, kulturelle Antworten auf die Herausforderungen der Zeit zu finden“, meinte Porga im Gespräch mit Journalisten. Als Problem nannte er etwa die Abwanderung der Jungen und die schwankende Wertschöpfung des Fremdenverkehrsmagneten Plattensee, die sich auf wenige Sommermonate beschränke. Mit Kultur hingegen könne man sich das ganze Jahr hindurch attraktiv machen.

Attraktiv ist die Stadt mit 60.000 Einwohnern allein schon durch ihre Lage. Sie erhebt sich auf fünf Hügeln, dazwischen schlängelt sich das Flüsschen Sed. Der Stadtkern aus dem 18. und 19. Jahrhundert vermittelt Heimeligkeit. Die Renovierung der imposanten Burg auf einem Berg soll zumindest im Außenbereich bis Anfang 2023 fertig werden.

Aus dem Schatten Athens treten

„Geheimnisse des Übergangs“ (Mysteries of Transition) lautet das Motto der Athener Vorstadt Eleusis (auch Elefsina). Kulturdirektor Michail Marmarinos verspricht eine „noch nie dagewesene Variante der Institution Kulturhauptstadt Europas“, sie wird am 9. Februar eröffnet. Eleusis mit seinen rund 30.000 Einwohnern war immer mit der rund 20 Kilometer östlich liegenden griechischen Hauptstadt verbunden – und stand stets in deren Schatten. Nun ist man bestrebt, sich aus dieser Randlage zu befreien und eigenständig zu werden. Schon im Altertum spielte Eleusis nur eine Nebenrolle, bot aber eine Besonderheit: Hier fanden damals die „Mysterien von Eleusis“ statt, eine Art Geheimkult, mit dem jährlich die Neugeburt der Natur gefeiert wurde. Diese Riten zogen damals Tausende Athener an. Die letzte Blütezeit erlebte Eleusis im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Als Kornkammer der Region und wegen des Hafens war es eines der wichtigsten Industriezentren Griechenlands. Schiffbau, Zementfabriken, Manufakturen und Lebensmittelindustrie liefen auf Hochtouren. Dann aber kam der Untergang: Piräus und Athen absorbierten so gut wie alle Wirtschaftszweige. Der Hafen von Eleusis verkam zum Friedhof für Schiffe. Von den Wracks sind noch heute Dutzende vorhanden. Genau das alles will die Stadt nun als Kulturhauptstadt Europas überwinden.

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