Barbara Wischenbart (66) ertappte in der Kirche einen Opferstockdieb auf frischer Tat.

02.04.2017 • 16:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Tschagguns. Sie wurde gleich misstrauisch. Der Mann, den Barbara Wischenbart am 12. Oktober 2016 nach einer Beerdigung zügig auf die Tschaggunser Kirche zugehen sah, war ihr nicht „koscher“. Er hatte eine Kapuze über den Kopf gezogen und eine Umhängetasche übergeworfen. „Ich dachte mir: Der geht nicht zum Beten in die Kirche.“ Mit einem Bekannten folgte die Kirchenorganistin dem verdächtigen Mann ins Gotteshaus. „Er stand vor dem Opferstock. Als er uns bemerkte, fühlte er sich ertappt.“ Aber auch Wischenbart war aufgeregt. „Ich zitterte am ganzen Körper.“ Denn die Tschaggunserin ahnte, was er vorhatte. „Der wollte den Opferstock ausräumen.“ Die 66-Jährige machte kehrt und rief umgehend die Polizei an. Die war schnell da und konnte den Mann unweit der Kirche festnehmen. Dem Rumänen konnten in der Folge mehrere Opferstockdiebstähle nach und eine Beteiligung an einer Einbruchserie gewiesen werden. Wischenbart ist stolz darauf, dass sie diesen Mann dingfest gemacht hat. „Denn das gehört sich nicht. Die Rumänen sind zwar arm, aber ich sehe nicht ein, dass sie sich bei uns selbst bedienen.“ Sie musste lachen, als er vor Gericht behauptete, dass er in der Kirche nur beten wollte. „Ich habe noch nie jemanden beim Beten gestört.“