„Und das Licht leuchtet in der Finsternis“

Spezial / 23.12.2012 • 19:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Um 1530 hat Correggio das Gemälde geschaffen und es „Die heilige Nacht“ getauft. Foto: Galerie Alte Meister, Dresden
Um 1530 hat Correggio das Gemälde geschaffen und es „Die heilige Nacht“ getauft. Foto: Galerie Alte Meister, Dresden

Der Renaissance-Maler Correggio hat die Geburt Christi als Sieg des Lichts in Szene gesetzt.

Schwarzach. (VN-tm) Er führte ein einsames Leben in der kleinen oberitalienischen Stadt Parma. Leonardo da Vinci und Raffael waren nicht mehr am Leben und Tizian schon ein berühmter Meister, als Antonio Allegri, genannt Correggio (1489 bis 1534), seine bedeutendsten Werke schuf. Dazu zählt auch das Ölgemälde „Die heilige Nacht“, das um 1530 entstanden ist.

Das Licht triumphiert

Es zeigt das Geschehen dieser einen, entscheidenden Nacht als Triumph des Lichts über die Dunkelheit. Der hoch gewachsene Hirte hat eben erlebt, wie sich der Himmel über ihm auftat. Über ihm schweben Engel. Sie wirken heiter, sie singen und blicken auf jene Stelle, zu der auch der Hirt mit langem Stab hingestürzt ist. Dort in den dunklen Trümmern des Stalles gewahrt er das Wunder dieser Nacht, das neugeborene Jesuskind, von dem das Licht nach allen Seiten ausstrahlt und das Antlitz seiner Mutter erhellt. Der Hirte hat sich beeilt. Er hält im Laufen inne und greift nach seiner Mütze, bevor er niederkniet, um das göttliche Kind anzubeten.

Zwei Mägde sind dem Hirten vorausgeeilt. Die eine ist von dem Licht ganz geblendet, die andere blickt sich nach dem Hirten um. Draußen, in der Dunkelheit, sieht man den Heiligen Josef, der den Esel versorgt.

In diesem Meisterwerk der Renaissance führt einzig das Licht Regie. Die hell erleuchtete Personengruppe scheint aus einem namenlosen Dunkel förmlich herauszuwachsen. Gemeinsam mit dem Hirten gehen wir als Betrachter der Szene entgegen und werden Zeugen des Wunders, das der Evangelist Johannes in die Worte fasst: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“

Correggio hat sich auf diesem Selbstbildnis verewigt.
Correggio hat sich auf diesem Selbstbildnis verewigt.