Die Suche nach Kaufmanns Nachfolge läuft

Spezial / 15.02.2013 • 22:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer folgt auf Andrea Kaufmann? Er habe bereits seine Vorstellungen, sagt Landeshauptmann Wallner. Foto: VN
Wer folgt auf Andrea Kaufmann? Er habe bereits seine Vorstellungen, sagt Landeshauptmann Wallner. Foto: VN

Telefone liefen ÖVP-intern heiß. LH Wallner will sich mit der Nachfolge aber „Zeit lassen“.

Bregenz. (VN-ad) Nach dem angekündigten Abgang Andrea Kaufmanns aus der Landesregierung liefen gestern ÖVP-intern die Telefone heiß. Etliche Funktionäre zeigten sich überrascht, vor allem vom Zeitpunkt der Bekanntgabe – eine breite, parteiinterne Information hatte es nicht gegeben. Und natürlich wurde die Frage der Nachfolge intensiv diskutiert. „Eifrige Umtriebigkeiten gab es“, berichtete ein Funktionär. Namen drangen allerdings keine nach außen. Landeshauptmann Markus Wallner sagte auch auf VN-Anfrage, er wolle sich mit der Nachfolgeregelung „Zeit lassen“.

„Tempo nicht vorrangig“

Soll heißen: Eine derart schnelle Übergangsregelung wie es sie nach den Rücktritten von Rainer Gögele und Siegi Stemer gegeben hatte – nach jeweils nur drei Tagen waren Christian Bernhard und Bernadette Mennel bereits präsentiert worden – wird es diesmal nicht geben. Auch deswegen, weil Kaufmann ja noch bis Mai im Amt und bis zu ihrem Wechsel nach Dornbirn weiterhin für ihre Ressorts Kultur und Hochbau zuständig sein wird.

„Das Tempo“, sagte Wallner, „wird diesmal also nicht vorrangig sein.“ Vielmehr solle es im Ressort einen „sanften“ Übergang geben, samt Einschulungen des oder der Neuen in der Landesregierung. Hat Wallner denn schon einen bestimmten Kandidaten im Auge? „Ich habe meine Vorstellungen, aber es gibt keinen Grund, jetzt etwas übers Knie zu brechen.“ Fakt ist indes, dass es in der Ära Markus Wallner nun mit Gögele, Stemer und Kaufmann bereits den dritten Abgang aus der Landesregierung zu vermelden gibt. Laufen, salopp gefragt, dem Landeshauptmann die Landesräte weg? „Nein“, kontert Wallner, „bei Gögele und Stemer waren das völlig andere Situationen als jetzt bei Kaufmann.“ Gögele war im Juni 2012 „aus persönlichen Gründen“ aus der Politik ausgeschieden – von einem Burn-out war damals die Rede – Stemer wiederum hatte mit seinem Rücktritt die Konsequenz aus dem Sportservice-Skandal gezogen. Und im Gegensatz dazu sei Kaufmanns Wechsel nach Dornbirn gut geplant und vorbereitet gewesen: „Es sind erste Gespräche vor Weihnachten geführt worden, konkretisiert hat sich Kaufmanns Wechsel allerdings erst diese Woche.“

„Ein starkes Signal“

Und wie wertet der Landeshauptmann nun die Dornbirner Entscheidung pro Kaufmann? „Ich freue mich. Es ist ein starkes Signal für die ÖVP, weil eine profunde, qualifizierte Frau aus der Landesregierung an die Spitze der größten Stadt Vorarlbergs wechselt.“ Und in der Regierung, streut Wallner weitere Rosen, „hat Kaufmann auch eine ausgezeichnete Arbeit geleistet.“ Bleibt eine Frage: Geht Wallner nun mit diesem Team – Kaufmanns Nachfolgerin oder Nachfolger inklusive – in die Landtagswahl 2014? Oder stehen weitere Wechsel an? „Geplant ist nichts.“

Konkretisiert hat sich Kaufmanns Wechsel erst diese Woche.

LH Markus Wallner