„Werden Matura genau analysieren“

Spezial / 27.05.2015 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christine Schreiber bewahrt vorderhand noch Ruhe. Foto: VLK
Christine Schreiber bewahrt vorderhand noch Ruhe. Foto: VLK

Den schlechten Ergebnissen in Mathematik sollen Verbesserungsmaßnahmen folgen.

Bregenz. (VN-mm) Das teils schlechte Abschneiden der Vorarlberger Schüler bei der Zentralmatura will AHS-Landesschulinspektorin Christine Schreiber nicht dramatisieren, aber auch nicht so stehen lassen. Solche Ergebnisse müssten eben genutzt werden, um Verbesserungen einzuleiten.

Wie fällt Ihr erstes Resümee aus?

schreiber: In Deutsch passen die Ergebnisse, da gibt es kaum Unterschiede zu den anderen Bundesländern. Was Englisch betrifft, können wir auch stolz sein. Nicht erfreulich ist natürlich das Abschneiden in Mathematik. Aber das hat sich tendenziell schon bei den Modellschularbeiten abgezeichnet.

Vorarlberg hat relativ viele Oberstufengymnasien. Spielt das eine Rolle?

Schreiber: Ja, das tut es, denn die Oberstufenlangform hat schlechtere Startbedingungen, weil die Schüler erst in der fünften Klasse zusammengeführt und zu einer Lerngruppe geformt werden können. Die achte Klasse kann außerdem nicht mehr als vollständiges Jahr angesehen werden. Das alles bringt bei nur drei Wochenstunden Mathematik sehr hohe Anforderungen.

Gibt es eine Erklärung für die Mathematikschwäche der Mädchen?

Schreiber: Was dieses Problem betrifft, müssen wir genau hinschauen. Ich denke aber, es liegt nicht an den Mädchen, sondern an der Haltung der Mädchen zur Mathematik. Deshalb wird es erforderlich sein, eine Änderung dieser Haltung zu erreichen. Dafür müssen wir Bewusstsein auch bei den Pädagogen schaffen.

Warum sind die Vorarlberger Schüler ausgerechnet bei Mathematik durchgerasselt?

Schreiber: Um hier konkrete Aussagen treffen zu können, benötigen wir die Ergebnisse der einzelnen Schulstandorte. Die fehlen noch. Insgesamt ist die neue Mathematik aber sehr sprachenorientiert. Da braucht es bei den Lehrern eine verstärkte Fortbildung.

Wie wird es jetzt weitergehen?

schreiber: Zuerst einmal sehe ich die ganze Sache nicht so dramatisch. Standardisierte Prüfungen zeigen Stärken und Schwächen auf, was wiederum die Möglichkeit schafft, gezielt Verbesserungen anzugehen. Wir werden die Reifeprüfung auf jeden Fall detailliert evaluieren, sowohl mit den Direktoren wie Anfang Juli im Ministerium.