Grillen wie der Meister

Spezial / 07.04.2016 • 18:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tom Heinzle hält pro Jahr über 100 Seminare und Kurse zum Thema Grillen: www.tomsgrillwerkstatt.at. Foto: Privat
Tom Heinzle hält pro Jahr über 100 Seminare und Kurse zum Thema Grillen: www.tomsgrillwerkstatt.at. Foto: Privat

Tom Heinzle verrät, wie man dem Grillgut richtig einheizt.

Mäder. (VN-ger) „Grillen ist mehr als bloß ein Stück Fleisch auf den Rost legen“, sagt Grill-Profi Tom Heinzle (Tom‘s Grillwerkstatt). „Grillen ist eine Lebenseinstellung.“ Der 48-jährige Mäderer ist unter anderem preisgekrönter Grillbuch-Autor („Winter Grillen“, „Wild Grillen“, „Vegetarisch grillen“, „Neue Smoker-Küche“), mehrfacher Vizeweltmeister und österreichischer Staatsmeister im Wild-Grillen. In den VN verrät er Tipps und Tricks für ein gelungenes Grill- bzw. BBQ-Erlebnis.

Qualität zählt

„Das Wichtigste ist die Qualität. Das fängt beim Grillgerät und bei der Kohle an und hört bei den Zutaten auf“, betont der Experte. Gegrillt werden kann laut Heinzle grundsätzlich alles, was eine etwas festere Konsistenz hat. Im Mittelpunkt steht jedoch meist das Fleisch – und dabei gilt es einiges zu beachten. „Eiskalt sollte man es nicht auf den Grill legen, sonst verspannt es sich. Ich hole es in der Regel zwei Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank“, führt der 48-Jährige aus. Das Fleisch („ein Fettrand verstärkt den Geschmack“) kann man vorher salzen, sollte es allerdings vorher nicht pfeffern. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Pfeffer verbrennt und dem Grillgut ein bitteres Aroma verleiht. „Außerdem entfalten sich die ätherischen Öle im Pfeffer erst richtig auf dem warmen Fleisch“, erläutert der 48-Jährige. Nicht unwichtig: Mariniertes Fleisch sollte indirekt gegrillt werden. „Sonst verbrennt es.“

So natürlich wie möglich

Bleibt die Frage: Kohle oder Gas? „Viele meinen, dass es mehr nach Grillen schmeckt, wenn man mit Kohle grillt“, sagt Heinzle. „Das stimmt zum Teil, weil man mit Kohle viel ausgeprägtere Röst­aromen hat.“ Während man bei Kohle Temperaturen von rund 750 Grad erreicht, sind es bei einem herkömmlichen Gasgrill rund 300 Grad. Unterschieden wird weiters zwischen normaler Kohle und Kohlebriketts (erzeugen weniger Hitze, brennen dafür länger). „Bei den Briketts ist wichtig, dass sie aus Buchenholz und mit natürlicher Stärke gebunden sind. Sonst gibt es einen komischen Geschmack“, weiß Tom Heinzle. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich nicht zuletzt bei den Anzündern. „Alles sollte so natürlich wie möglich sein“, rät der Grill-Profi zu bio- beziehungsweise ISO-zertifizierten Produkten.