Im Umbruch

Spezial / 09.10.2022 • 22:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

80,7 Prozent haben ÖVP, SPÖ, Grüne und Neos bei der letzten Nationalratswahl erhalten. Bei der Bundespräsidentenwahl musste sich „ihr“ Kandidat Alexander Van der Bellen mit viel weniger begnügen. Gut, es gibt Relativierendes: Tatkräftig und finanziell mitgetragen wurde seine Kampagne einzig von den Grünen. Von Sozialdemokraten und Neos ließen sich die Vorsitzenden nach deutlichen Wahlempfehlungen für ihn zumindest auf seiner Abschlusskundgebung blicken. Türkise hielten sich zurück: Karl Nehammer und Johanna Mikl-Leitner trauten sich weder, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, noch für seine Wiederwahl zu laufen. Sie wünschten ihm nur „Alles Gute!“. Warum die Zurückhaltung? Weil er rechts der ­Mitte, also dem Teil, der ihnen seit Sebastian Kurz wichtig ist, schlecht ankommt.

Die rechten Kandidaten Walter Rosenkranz, Tassilo Wallentin und Gerald Grosz erreichten über 30 Prozent. Das ist eine Botschaft. Ihr Programm „Entlassung der Regierung“ zieht. Sollte es der FPÖ gelingen, dieses Lager zu bündeln, hat sie Chancen, bald vorne zu liegen.

Doch auch links der Mitte tut sich was. Das zeigen die über acht Prozent für den leidenschaftlich-unbekümmerten Dominik Wlazny (alias Marco Pogo). Das ist ein Alarmsignal für die Grünen: Wie Van der Bellen als Bundespräsident, haben sie als Regierungspartei in turbulenten Zeiten viel an Begeisterungsfähigkeit verloren. Einer wie Wlazny, aber auch Leute aus der „Fridays for Future“- oder der Wiener Lobau-Besetzungsszene, könnten ihnen bei Nationalratswahlen gefährlich werden.

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