Klarer Triumph für Amtsinhaber im Land

Spezial / 09.10.2022 • 21:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht vor ihrem Wahllokal in Lustenau.
Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht vor ihrem Wahllokal in Lustenau.

Van der Bellen erzielte in Vorarlberg ein überdurchschnittlich gutes Resultat, Rosenkranz weit abgeschlagen.

bregenz Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Hofburg-Wahl klar gewonnen, und das schon im ersten Wahlgang. Deutlicher als im bundesweiten Schnitt fiel sein Triumph in Vorarlberg aus. Dort konnte er sich nach dem vorläufigen Ergebnis, noch ohne Wahlkarten, rund 60 Prozent der Stimmen holen. Weit abgeschlagen ist der zweitplatzierte Walter Rosenkranz von der FPÖ mit etwa 18 Prozent. Am besten schaut es für Van der Bellen im Bezirk Bregenz mit rund 63 Prozent aus.

Die Wahlbeteiligung war mit etwa 44 Prozent in Vorarlberg vergleichsweise niedrig. Der Wert ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Heuer sind sehr viele Wahlkarten ausgestellt worden. Die Beteiligung dürfte also noch deutlich steigen. Bei der ersten Runde der Hofburg-Wahl im Jahr 2016 lag sie insgesamt bei rund 55 Prozent.

Viel Lob

Alle Vorarlberger Parteien, außer der FPÖ, zeigten sich über Van der Bellens Wahlsieg erfreut. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach in der Vorarlberg LIVE-Sondersendung am Sonntag von einem klaren Ergebnis. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit mit dem Amtsinhaber, der sich um regelmäßigen Kontakt zu den Landeshauptleuten bemühe. „Es ist ein Markenzeichen von ihm, dass er weiß, dass Österreich aus neun Bundesländern besteht.“ Mit Blick auf die innenpolitischen Wirren der vergangenen Jahren betonte Wallner, dass Van der Bellen in Ruhe und mit Gelassenheit gehandelt habe. „Ich weiß nicht, was in der Hofburg passiert wäre, wenn er nicht an dieser Stelle gesessen hätte.“ Immerhin hätte die vorherige Wahl auch anders ausgehen können.

Besonders groß war die Freude bei den Grünen über das Abschneiden ihres ehemaligen Parteichefs, obwohl dieser erneut als unabhängiger Kandidat angetreten ist. Eva Hammerer, Klubobfrau im Landtag, sah ein Zeichen, dass es eine „breite Unterstützung, ein breites Bündnis für eine menschenfreundliche Politik, für eine Politik der Stabilität, der Sicherheit in krisenhaften Zeiten und auch einer Politik, die die Bedrohung der Klimakrise ernst nimmt“ gebe.

„Sehr viel Vernunft“

Neos-Chefin Sabine Scheffknecht verwies zwar darauf, dass ihre Pinken nicht mit allem einverstanden seien, was Van der Bellen getan habe. Aber er lege Achtsamkeit und Demut an den Tag. „Er versucht die Dinge gelassen und mit klarer Führung anzugehen.“ Auch bei der SPÖ-Vorsitzenden Gabriele Sprickler Falschlunger war die Freude am Wahltag groß. „Ich erwarte mir weiterhin Stabilität und eine sehr besonnene Politik des Bundespräsidenten“, sagte sie zu den VN über den Amtsinhaber. Das Vorarlberger Ergebnis zeige, dass im Land „auch sehr viel Vernunft“ regiere.

Lange Gesichter gab es hingegen bei den Freiheitlichen. Am besten hat ihr Kandidat Rosenkranz noch im Bezirk Bludenz mit rund 21 Prozent abgeschnitten. FPÖ-Klubobmann Christof Bitschi wollte bei Vorarlberg LIVE aber nicht von einer Niederlage sprechen. Das Ziel, den amtierenden Bundespräsidenten in eine Stichwahl zu bringen, sei ein sehr hohes gewesen. „Trotzdem können wir sagen, dass fast die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher einen Wechsel, einen Systemwechsel will.“ Die FPÖ habe hier eine führende Rolle eingenommen.

Mehr Wahlkarten

Auffällig ist die vergleichsweise hohe Zahl an Wahlberechtigten in Vorarlberg, die eine Wahlkarte beantragt haben. Heuer waren es 40.744 Menschen. Gegenüber der ersten Runde der Hofburg-Wahl 2016 bedeutet das eine deutliche Steigerung. Damals wurden nur 23.380 Wahlkarten ausgestellt.

„Er weiß, dass Österreich aus neun Bundesländern besteht.“

Auch der Co-Parteivorsitzende der Grünen, Landesrat Daniel Zadra, wählte am Sonntag in Lustenau.
Auch der Co-Parteivorsitzende der Grünen, Landesrat Daniel Zadra, wählte am Sonntag in Lustenau.
Markus Wallner und seine Ehefrau Sonja gaben ihre Stimme in Frastanz ab.
Markus Wallner und seine Ehefrau Sonja gaben ihre Stimme in Frastanz ab.
SPÖ-Chefin Gabriele Sprickler-Falschlunger vor der Stimmabgabe in Dornbirn.
SPÖ-Chefin Gabriele Sprickler-Falschlunger vor der Stimmabgabe in Dornbirn.

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