Wahl schon vor Wochen entschieden

Spezial / 09.10.2022 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dominik Wlazny durfte sich vor allem bei Jungwählern bedanken.
Dominik Wlazny durfte sich vor allem bei Jungwählern bedanken.

Mehrheit wünscht sich innenpolitisch aktiven Präsidenten.

Wien Die Entscheidung für die Wiederwahl von Amtsinhaber Alexander Van der Bellen ist schon vor mehreren Wochen gefallen, zeigt eine Wahltagsbefragung von SORA/ISA im Auftrag des ORF. Demnach haben 69 Prozent der Befragten schon vor mehr als drei Wochen entschieden, wem sie ihre Stimme geben. 15 Prozent taten das in den letzten Tagen, 14 Prozent vor zwei bis drei Wochen.

Unter den Frühentschlossenen haben besonders viele ihre Stimme Van der Bellen gegeben (61 Prozent). Unter den Spätentschlossenen war es mit 32 Prozent ebenfalls die Mehrheit, FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz hat in dieser Gruppe mit 25 Prozent mehr Zustimmung als bei jenen, die schon lange wussten, wer ihre Stimme bekommt (16 Prozent).

Stärkste Wahlmotive waren der Befragung zufolge Sympathie (61 Prozent), große politische Erfahrenheit (56) und bisherige gute Arbeit (52). Bei Van der Bellen spielten dabei die Erfahrenheit, bisherige gute Arbeit, eine gute Vertretung Österreichs im Ausland und Sympathie eine besonders starke Rolle. Unter Rosenkranz-Wählern waren die Motive „Gegenpol zum politischen System“, „versteht die Sorgen von Menschen wie mir“ und Sympathie besonders wichtig.

Kein Nachteil durch Kolumne

Dominik Wlazny alias Marco Pogo als „Kandidat der Jungen“ wurde von je gut einem Viertel für seine authentische, dynamische, unverbrauchte Art gewählt. Das ergab eine Wahltagsbefragung von Peter Hajek für ATV. Für den besten Kandidaten hielten ihn nur 14 Prozent seiner Wählerinnen und Wähler. Tassilo Wallentin hat je ein Viertel seiner Stimmen für seine Kompetenz, Intelligenz und juristische Ausbildung bzw. für seine aus Sicht seiner Wähler guten Argumente bekommen. Seine Kolumne in der „Krone“ war laut Hajek „kein Nachteil“, immerhin war sie für 15 Prozent ein Wahlmotiv.

Nach wie vor plädiert die Mehrheit dafür, dass der Bundespräsident sich laufend in die Innenpolitik einbringen sollte (29 Prozent stimmen sehr zu, 30 Prozent eher; 2016: 24 bzw. 33). Vor allem Jüngere, Menschen ohne Matura und Menschen mit wenig Geld erwarten sich mehr Einmischung.

Neos und SPÖ für Wlazny

Die Analyse von Peter Hajek wies außerdem eine überraschende Stimmen-Zusammensetzung von Dominik Wlazny aus: Er erhielt von zwölf Prozent der SPÖ-Wähler die Stimme und sogar 27 Prozent der Neos-Wählerschaft. Außerdem stimmten zum Beispiel 15 Prozent der FPÖ-Wähler für Gerald Grosz.

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