Aquino hat Appetit auf mehr

Sport / 19.11.2012 • 22:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
33 Punkte in 22 Spielen – keiner durfte in dieser Saison so oft jubeln wie Luciano Aquino. Foto: gepa
33 Punkte in 22 Spielen – keiner durfte in dieser Saison so oft jubeln wie Luciano Aquino. Foto: gepa

Acht Punkte gegen Innsbruck – der Dornbirn-Stürmer trug sich in die EBEL-Rekordbücher ein.

eishockey. (VN-ko) Zwei Tore, sechs Assists. Mit einer neuen Punkte-Bestmarke schoss sich Luciano Aquino beim 9:3-Sieg der Bulldogs gegen Innsbruck in die Rekordbücher der Erste Bank Liga. Acht Punkte in der höchsten Spielklasse gelangen zu Bundesliga-Zeiten im Jahr 2000 Kapfenberg-Legionär Radek Toupal – beim 8:2-Erfolg gegen den EHC Lustenau. Mit nunmehr 33 Punkten führt Aquino die Liga-Punktewertung in der EBEL an, auch bei den Vorlagen ist er mit 25 die Nummer eins. Und in der Torjägerliste ist Linienkollege Andrew Kozek, der den Tirolern vier Stück einschenkte, mit 17 Volltreffern ganz vorne dran.

Ein perfekter Abend

„Das war ein perfekter Abend für unsere Sturmlinie mit Andrew und Dale Mitchell“, freute sich Aquino. „Immer wenn mein Schläger mit dem Puck in Kontakt kam, schaute Produktives heraus. Das passiert nicht jeden Tag.“ Und es hätte für den 27-Jährigen aus Mississauga sogar noch etwas mehr werden können – aber im letzten Drittel wurde ihm von Trainer Dave MacQueen „Schonzeit“ verordnet, um der vierten Dornbirner Linie Spielpraxis zu verschaffen. Kann sich Aquino an einen ähnlich erfolgreichen Auftritt zurückerinnern? „Im Nachwuchs waren es einmal sieben Assists – es war in einer Partie gegen Mitchell. Ich spielte für Brampton, er für Oshawa.“

Den Tor- und Punktehunger holte sich der Italo-Kanadier während der Nationalteampause beim Fußball. Live sah er in München beim Champions-League-Sieg der Bayern gegen Lille (6:1) zu. „Ich war von Alex Feichtner und seiner Familie nach Salzburg eingeladen.“ Aber eigentlich ist der Siebtrundendraft von den New York Islanders (2007) ein glühender Anhänger von Juventus Turin. „Leider gab es für die Partie gegen Nordsjaelland keine Karten mehr.“ Aquino spricht perfekt italienisch, seine Großeltern waren nach dem Krieg, bei Zwischenstationen in Frankreich, der Schweiz und Österreich, nach Kanada ausgewandert.

In Italien gefragt

Für Dornbirn ist Aquino ein Segen, für Österreich könnte er aber zum Problem werden: Der quirlige Flügelstürmer wird bei der Olympia-Qualifikation für Sotschi im Februar wohl für Kontrahent Italien auflaufen. Der noch zu bestimmende neue Nationalteamtrainer der Azzurri – im Gespräch ist Ex-VEU-Coach Tom Pokel, der nun Alleghe betreut – wird an Aquino nicht vorbeikommen. In seinen bisherigen 95 Einsätzen für die Italiener kam der Junggeselle auf stolze 75 Tore und 103 Vorlagen.

Vorher will er mit den Bulldogs überraschen. „Wir können das Play off schaffen“, ist Aquino überzeugt. „Die Chemie in unserer Mannschaft stimmt – und wir können in dieser Liga jeden Gegner schlagen.“##Heimo Kofler##

Die Chemie stimmt. Wir können jeden Liga-Gegner schlagen.

luciano aquino
Zwei Mal die Nummer eins in der EBEL-Statistik: Luciano Aquino.
Zwei Mal die Nummer eins in der EBEL-Statistik: Luciano Aquino.