Der Skandal-Boxer als Krösus

Sport / 23.12.2012 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
65 Millionen Euro verdient Boxer Floyd Mayweather jr. im Jahr.Foto: reuters
65 Millionen Euro verdient Boxer Floyd Mayweather jr. im Jahr.
Foto: reuters

Box-Champion Floyd Mayweather löst Golfer Tiger Woods als Nummer eins der Verdienstrangliste ab.

sport. Tiger Woods räumt erstmals nach zehn Jahren den Thron des bestverdienenden Sportlers der Welt. Nach dem Rückzug etlicher Sponsoren wegen seiner Sex-Affären und der anschließenden Scheidung macht der einzige Milliardär des Sports Platz für eine andere Skandalnudel: Neuer Spitzenreiter ist Box-Weltmeister Floyd Mayweather, der im August nach dreimonatiger Gefängnisstrafe wegen häuslicher Gewalt vorzeitig aus der Haft entlassen worden war.

Zwei Kämpfe reichten

Mit 65 Millionen Euro liegt Mayweather in der Liste der Großverdiener 2012 vor seinem Box-Kollegen Manny Pacquiao (Philippinen/52) und Tiger Woods (47,5), der 2012 immerhin seine 30-monatige Niederlagenserie beendete. Insgesamt gingen die Preise gewaltig hoch: Kam der Zehnte in den Rankings 2011 noch auf 28,5 Millionen, so fuhr der bestbezahlte Formel-1-Pilot Lewis Hamilton diesmal mit 37,5 Mill. gerade so in die Top Ten. Erstmals erreichten die 100 bestverdienenden Sportler 2012 die Einnahmen-Grenze von zwei Milliarden.

Mayweather, vergangenes Jahr Vierter (45,0) mit deutlichem Abstand zum damaligen Branchenkrösus Woods (69,0), reichten zwei Kämpfe zum Sprung an die Spitze. Der 35-Jährige, außerdem WBC-Champion im Weltergewicht, hatte am 5. Mai seinen WBA-Titel im Superweltergewicht gegen Miguel Cotto aus Puerto Rico verteidigt und war damit im 43. Kampf als Profiboxer unbesiegt geblieben. Die zweite Position in den Rankings ist für Manny Pacquiao nur ein schwacher Trost nach seiner skandalösen Niederlage am 9. Juni im WM-Kampf gegen Timothy Bradley aus den USA. Der 33-Jährige war bis dahin seit 2005 unbesiegt gewesen. Woods hatte nach seinem Karriereknick 30 Monate auf den ersten Sieg gewartet, den er am 25. März endlich in Orlando/Florida feiern konnte. Ihm folgten zwei weitere Triumphe auf der PGA-Tour, auf der er nun 74 Siege verzeichnet.

Schumi verdiente 23 Millionen

Vier weitere Branchenführer ihrer Sportart gehören zu den Top Ten: Vierter ist Basketball-Star LeBron James (USA/45,5), Fünfter Tennis-Ass Roger Federer (Schweiz/45,0) als bestbezahlter Europäer, Achter als höchstdotierter Fußballer David Beckham (38,5) und Zehnter sein britischer Landsmann Lewis Hamilton (37,5), der in der Formel 1 die größten Sponsorengelder kassiert. Und auch Michael Schumacher machte noch gut Kasse: Mit 23 Millionen Euro liegt er auf Rang 23 deutlich vor dem dreimaligen Weltmeister Sebastian Vettel (14,0), der nicht mehr zu den Top 100 gehört. Dicht hinter Schumacher folgen Box-Weltmeister Wladimir Klitschko und die bestbezahlte Sportlerin der Welt: Tennis-Queen Maria Scharapowa kommt dank ihrer Werbeverträge ebenfalls auf 21,5 Millionen Euro. Neben ihr gehört von den Frauen nur Tennis-Kollegin Li Na (China/15 Mill.) zu den Top 100.

Der Star von Olympia hat sein Jahressalär fast verdoppelt, doch in der Geldrangliste sprintet Usain Bolt (Jamaika) als 52. mit 17,0 Millionen den Konkurrenten aus anderen Sportarten noch hinterher. Nur rund auf die Hälfte seiner Einnahmen kommt US-Schwimmstar Michael Phelps, der seine Goldsammlung in London auf 18 erhöht hatte.

Topverdiener im Sport

Internationale Top 10 *Mill. Euro

1. (3.) Floyd Mayweather jr. (USA) Boxen 65

2. (6.) Manny Pacquiao (Phi) Boxen 52

3. (1.) Tiger Woods (USA) Golf 47,5

4. (10.) LeBron James (USA) Basketball 45

5. (4.) Roger Federer (Schweiz) Tennis 45

6. (..) Kobe Bryant (USA) Basketball 44,5

7. (2.) Phil Mickelson (USA) Golf 39

8. (9.) David Beckham (Gbr) Fußball 38,5

9. (5.) Cristiano Ronaldo (Por) Fußball 38

10. (..) Lewis Hamilton (GBR) Formel 1 37,5

*geschätzte Angaben