Pointner schiebt Deutschen auch die Favoritenrolle zu

Sport / 23.12.2012 • 22:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
DSV-Trainer Werner Schuster Foto: reuters
DSV-Trainer Werner Schuster Foto: reuters

ÖSV-Cheftrainer erwartet bei der Vierschanzentournee aber nicht nur einen Zweikampf.

skispringen. Bei der 61. Vierschanzentournee zeichnet sich gemessen an den bisherigen Saisonergebnissen ein Duell zwischen den Skispringern aus Österreich und Deutschland ab. Athleten dieser zwei Länder holten 16 von 21 Weltcup-Podestplätzen, fünf Einzelsiege gingen an den ÖSV, zwei an den DSV. ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner wies denn auch den Deutschen eine Favoritenrolle zu, warnte aber davor, den ersten Saisonhöhepunkt auf einen Zweikampf dieser zwei Teams zu reduzieren. Pointner ist froh, dass das DSV-Team wieder an der Spitze mitmischt. „Vor der deutsch-österreichischen Tournee kann es nichts Besseres geben, als dass die Rivalität wieder auflebt“, erklärte der Tiroler, der seine neunte Tournee als Chefcoach absolviert. Die von seinem früheren Zimmerkollegen Werner Schuster trainierten Rivalen müssten die Favoritenrolle ebenfalls annehmen.

Mehrere heiße Eisen

„Sie fahren genauso als Favoriten zur Tournee wie wir, und da geht es schlussendlich ums Gewinnen“, erklärte der 41-jährige Tiroler. Da brauche man nicht um den heißen Brei herumzureden, dem müsse man sich stellen. „Man kann sagen, was man will, wenn man nicht gewinnt, wird man als Zweiter oder Dritter in den Augen der Öffentlichkeit schon als erster Verlierer dastehen.“

Doch neben den Deutschen dürfe man mehrere andere Springer nicht vergessen. Routiniers wie Simon Ammann müsse man immer auf der Rechnung haben, auch wenn es für den Vierfach-Olympiasieger zuletzt in Engelberg gar nicht gut gelaufen sei. Dazu kommen nach Worten Poitners noch die Norweger mit Weltcupsieger Anders Bardal, die Japaner, Slowenen und der Pole Kamil Stoch.

Severin Freund in neuer Rolle

Erstmals seit dem Grand-Slam von Sven Hannawald vor elf Jahren darf sich ein deutscher Skispringer wieder Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee machen. Severin Freund gilt als Mitfavorit. Unter Druck setzt sich der 24-Jährige jedoch nicht. Im Kreise seiner Lieben möchte Freund an den Weihnachtsfeiertagen die Ruhe vor dem Sturm genießen. An den Kampf um die Skisprung-Krone bei der Tournee will der DSV-Star keinen Gedanken verschwenden. „Ich werde bei meiner Familie daheim sein und, wie wahrscheinlich 90 Prozent der Menschen in Deutschland, ein schönes Weihnachtsessen haben. Und dann gibt es Geschenke. Ans Skispringen will ich zu den Feiertagen nicht denken, das kommt erst wieder danach“, verriet Freund seinen Weihnachtsplan. Nach zwei Saisonsiegen fährt der Weltcup-Gesamtzweite als Mitfavorit nach Oberstdorf, wo am kommenden Samstag vor wohl vollem Haus das Auftaktspringen der 61. Tournee-Auflage steigt.

DSV-Trainer Werner Schuster sieht das ähnlich. „Die dominierenden Springer der Saison sind Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Severin Freund“, nannte der 43-jährige Vorarlberger die drei heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg, zu denen er auch den Norweger Anders Bardal oder den Polen Kamil Stoch zählt. Während die beiden ÖSV-Adler Kofler (2010) und Schlierenzauer (Titelverteidiger) die Tournee bereits gewonnen haben, muss Freund erst lernen, mit der neuen Rolle umzugehen.

Man darf nie so überheblich sein und die Favoritenrolle klein halten.

alexander pointner
ÖSV-Erfolgstrainer Alexander Pointner erwartet eine spannende Tournee, bei der es für ihn mehrere Favoriten gibt. Foto: reuters
ÖSV-Erfolgstrainer Alexander Pointner erwartet eine spannende Tournee, bei der es für ihn mehrere Favoriten gibt. Foto: reuters