Stress bei den Herren, Ruhe bei Damen

Sport / 02.01.2013 • 21:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mathias Berthold hat mit der Herren-Aufstellung mehr Sorgen . . .
Mathias Berthold hat mit der Herren-Aufstellung mehr Sorgen . . .

Beim Team von Mathias Berthold ist in der Qualifikation für Schladming noch vieles offen.

ski alpin. Das Maximal-Kontingent für die Ski-WM beträgt 24 Rennläufer pro Nation, aber höchstens 14 pro Geschlecht. Und nur langsam nimmt das Herren-Team Formen an. Einige Athleten stehen in den noch ausstehenden Weltcup-Stationen in Zagreb, Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Moskau gehörig unter Druck, andere wie Marcel Hirscher oder Hannes Reichelt haben ihr Leiberl wohl fix.

Der letzte Riesentorlauf vor der WM steht am 12. Jänner in Adelboden auf dem Programm, neben Superläufer Hirscher (ein Sieg, zwei zweite und ein dritter Rang) schafften es bisher Hannes Reichelt (6.), Marcel Mathis und Benjamin Raich (jeweils 8.) sowie Christoph Nösig (9.) in die Top Ten. Für Spezialist Philipp Schörghofer etwa kann die Devise deshalb nur ‚Podestplatz‘ heißen. Am 25. Jänner wird in Kitzbühel der letzte Super-G gefahren, Matthias Mayer mit drei Top-7-Rängen als konstantester Läufer sowie Joachim Puchner und Reichelt als jeweils einmal Dritte dürften so gut wie sicher im Aufgebot stehen. Dahinter matchen sich Klaus Kröll, Georg Streitberger, Max Franz, aber auch Florian Scheiber und Raich.

Die Qual der Wahl

Noch viel tun kann sich in den verbleibenden zwei Abfahrten in Wengen und Kitzbühel, ­Reichelt als Bormio-Sieger und Kröll als Weltcupkugelverteidiger und mit drei Top-9-­Rängen in der Tasche dürfen ebenfalls als Fixstarter angesehen werden. Der Kärntner Franz war in Lake Louise hervorragender Zweiter. Im Slalom gibt es nach aktuellem Stand fünf Kandidaten (Reinfried Herbst, Manfred Pranger, Raich, Wolfgang Hörl, Mario Matt) für drei Plätze, Saisonsieger Hirscher wird das Quartett anführen.

Praktisch keinen Qualifikationsstress gibt es bei den Damen. Die Zahl der absoluten Medaillen-Favoritinnen ist nach dem bitteren Ausfall von Slalomkönigin Marlies Schild derzeit an einer Hand abzuzählen. Selten noch war es aus heimischer Sicht so leicht, zu einer WM zu fahren. Dabei haben Österreichs Gold-Damen vor zwei Jahren in gleich vier Disziplinen einen fünften Zusatz-Startplatz herausgefahren. Einer ist nach dem Schild-Aus zwar wieder weg, „es wird aber keine heiße oder strenge Qualifikation geben“, gab Herbert Mandl zu.

Allerdings weniger wegen der Zusatz-Plätze, sondern mangels Angebot an Siegläuferinnen. Der Chefcoach hat daher derzeit eher nicht die Qual der Wahl. „Eine Selektion fällt mehr oder weniger flach.“ Drei Slaloms (Zagreb, Flachau, Maribor), je ein Parallelslalom (Moskau) und Riesentorlauf (Maribor) sowie je zwei Abfahrten und Super-G (St. Anton, Cortina) stehen bis zur WM noch auf dem Programm. „Alle, die Top-Ten-Plätze herausfahren können, werden bei der WM wohl zum Zug kommen“, ist Mandl überzeugt.

Alle, die Top-Ten-Plätze erbringen, fahren wohl zur WM.

herbert mandl
. . . als sein Kollege Herbert Mandl bei den Damen. Fotos: apa
. . . als sein Kollege Herbert Mandl bei den Damen. Fotos: apa