Hirscher als „Mister 100 Prozent“

Sport / 07.01.2013 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jubel in Zagreb: Marcel Hirscher gewann seinen zweiten Saison-Torlauf, stand zum achten Mal auf dem Podest. Foto: ap
Jubel in Zagreb: Marcel Hirscher gewann seinen zweiten Saison-Torlauf, stand zum achten Mal auf dem Podest. Foto: ap

Salzburger fuhr in dieser Saison in jedem technischen Rennen auf das Podest.

ski alpin. 3, 2, 1, 2 in Riesentorläufen, 2, 3, 1, 1 in den Slaloms und 2 im Parallel-Event. Was für viele Rennläufer bereits eine gute Karrierebilanz bedeutet, ist die Ergebnisausbeute von Marcel Hirscher in bisher neun technischen Weltcupbewerben im Ski-Winter. Der 23-Jährige ist der „Mister 100 Prozent“. Mit mehr als nur einhundert Prozent und vollem Risiko holte er sich im Zagreb-Slalom den dritten Saisonsieg. Unbeeinträchtigt von Misstönen.

In Zagreb mit Bodyguard

„Es ist nur ein Rennen, aber die Schande währt ewig“, hatte der Ivica Kostelic im Vorjahr Hirscher und den Felix Neureuther nach deren Sieg bzw. Platz zwei in Zagreb wissen lassen. Er selbst hatte sich als Dritter wegen der mutmaßlichen Einfädler der Konkurrenten um den Sieg bei seinem Heimevent betrogen gefühlt. Im Videostudium bestätigten sich die Einfädler nicht und das Trio schloss dann vor dem Night­race in Schladming öffentlich Frieden.

Dass es aber durchaus Befürchtungen gab, der heurige Hirscher-Auftritt auf dem Bärenberg könnte von nach wie vor unversöhnlichen Kostelic-Anhängern gestört werden, zeigte die Tatsache, dass der Österreichische Skiverband Hirscher neben dem persönlichen Pressebetreuer dieses Mal auch einen Bodyguard zur Seite stellte. Der musste aber nicht zur Tat schreiten, die Fans bejubelten auch Hirscher, das Skifest wurde seinem Namen gerecht.

Und so würdigte nicht nur Hirscher das faire Publikum. „Es war ein geiles Rennen und ein extrem faires Publikum. Davor hatte ich nach dem letzten Winter ein bisserl Angst. Aber es war gewaltig“, atmete auch ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold erleichtert auf. Hirscher und Kostelic indes sparten nicht mit Komplimenten für den jeweils anderen.

Wie aus dem Lehrbuch

„Er fährt wie aus dem Lehrbuch“, sagte Kostelic, der Achter wurde, über Hirscher. „Vor ein paar Jahren war er es, von dem wir gelernt haben. Aber die Dinge ändern sich, das ist der natürliche Lauf der Dinge. Ich sehe da jetzt ein paar junge Norweger, vielleicht sagen wir das von ihnen in der Zukunft“, meinte Hirscher und fügte an. „Ivicas erster Lauf heute war ‚wow‘. Ich respektiere ihn sehr. Man hört, dass das mit seinem Knie nicht so gut sein soll. Ich hingegen bin noch nie mit Schmerzen gefahren.“

Im Weltcup geht es gleich mit technischen Bewerben weiter, die Reise führt nach Adelboden, wo Hirscher im Vorjahr Riesentorlauf und Slalom gewann. Ein gutes Pflaster also, um die Podestplatz­serie zu verlängern. Nein, es sei nicht möglich, in allen technischen Rennen eines Winters auf das Podest zu kommen, hatte Hirscher eine entsprechende Frage beantwortet. „Aber ich werde es versuchen.“