„Man will immer der Beste sein“

Sport / 04.02.2013 • 21:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lindsey Vonn soll Rainer Salzgeber und dem Head-Team bei der WM Medaillen bescheren. Foto: steurer
Lindsey Vonn soll Rainer Salzgeber und dem Head-Team bei der WM Medaillen bescheren. Foto: steurer

Rainer Salzgeber hat mit Head bei der WM in Schladming zehn Medaillen zu verteidigen.

ski-wm. Zehnmal Edelmetall, davon gleich fünfmal in Gold, hamsterte Ski-Erzeuger Head bei der letzten Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Das waren um zwei mehr als sich das im WM-Medaillenspiegel siegreiche Österreich gutschreiben lassen durfte. „Der Erfolg wird immer am letzten Ergebnis gemessen“, weiß Rennsportleiter Rainer Salzgeber vor dem Saisonhöhepunkt in Schladming. Schon vor zwei Jahren fand der WM-Silbermedaillengewinner im Riesentorlauf von 1993 in Morioka einen kleinen Makel an der WM-Bilanz: Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 hatten seine Läufer elfmal Edelmetall ergattert.

Die Latte liegt hoch

„Grundsätzlich will man immer der beste Ausrüster sein“, zeichnet Salzgeber seine Ansprüche als Nummer eins im „Brand Ranking“, der Skihersteller-Weltcupwertung. „Von Voraussagungen halte ich aber nichts. Zugegeben, die Latte liegt hoch – und es gibt den einen oder anderen Bewerb, wo man enttäuscht wäre, wenn man nicht Gold gewinnen würde.“ Der Herren-Super-G ist so einer, diese Disziplin hatte Axel Lund Svindal im Weltcup dominiert. Ted Ligety sollte im Riesentorlauf eine Medaillenbank sein, als großer Geheimtipp wird Allrounder Kjetil Jansrud gehandelt. Salzgeber vergisst auch nicht den Hinweis, dass ihm bei der WM mit Bode Miller und Beat Feuz zwei Brettl-Matadore verletzungsbedingt ausfallen.

Bei den Damen ist Head ebenfalls gut aufgestellt, auch wenn Elisabeth Görgl, zweifache Gold-Gewinnerin 2011, von ihrer Garmisch-Form weit weg ist. Dafür sind Lindsey Vonn, Anna Fenninger, Maria Höfl-Riesch, Julia Mancuso edelmetallwürdig. Salzgeber: „Für die Damen wird es aber nicht einfach, an Tina Maze vorbeizukommen. Die ist in einer Riesenform.“

15 Serviceleute hat Salzgeber für die „Mission Schladming“ abgestellt. Dazu kommen fünf Schuhspezialisten und ein eben so großes Testteam, das vom ehemaligen Abfahrer Christian Greber angeführt wird. „Wir haben vielleicht ein paar Leute mehr dabei als Atomic oder Salomon. Aber wir sind anders strukturiert und stellen pro Läufer auch nur mehr einen Servicemann ab.“

Der Chef bleibt zu Hause

Salzgebers Chef Johan Eliasch, ein Bezwinger der originalen Streif-Rennstrecke, wird um die WM diesmal einen großen Bogen machen. „Er hat Angst, dass er uns Unglück bringt“, schmunzelt Salzgeber. Der Besitzer von Head war zuletzt immer bei Weltcuprennen aufgetaucht, die für seine Athleten nicht ganz nach Wunsch ausgefallen waren. Salzgeber selbst nimmt sich ebenfalls eine WM-Auszeit: „Am Geburtstag meiner Frau möchte ich zu Hause sein.“ Anita Wachter, fünffache WM-Medaillengewinnerin, begeht am 12. Februar ihr 46. Wiegenfest.

Der Erfolg wird immer am aktuellen Ergebnis gemessen.

Rainer Salzgeber