ÖFB-Team mit einem Fehlstart

Sport / 06.02.2013 • 23:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der walisische Superstar Gareth Bale erzielt den ersten Treffer (Bild), auch bei Tor Nummer zwei hatte der Tottenham-Spieler seinen Fuß im Spiel. Foto: ap
Der walisische Superstar Gareth Bale erzielt den ersten Treffer (Bild), auch bei Tor Nummer zwei hatte der Tottenham-Spieler seinen Fuß im Spiel. Foto: ap

1:2-Niederlage in Wales – Generalprobe für WM-Qualifikationsspiele 2013 misslungen.

Fussball. Mit einer Niederlage ist Österreichs Fußball-Nationalteam in das Länderspiel-Jahr 2013 gestartet. Selbstvertrauen wollte die Elf von Marcel Koller in Swansea gegen Wales tanken, doch am Ende setzte es eine bittere Niederlage gegen eine keineswegs übermächtige Mannschaft von der Insel.

Die kurzfristigen ­Ausfälle und damit verbundenen Umstellungen in der ÖFB-Elf dürfen keineswegs eine Ausrede sein. Allerdings zeigte vor allem die Abwehr viele Unsicherheiten. Linksverteidiger Christian Fuchs musste krankheitsbedingt passen, an seiner Stelle bekam es Markus Suttner mit Wales-Superstar Gareth Bale zu tun. Beim 0:1 war der Austrianer etwas zu weit aufgerückt, ermöglichte dem Tottenham-Spieler damit nach einem langen Zuspiel einen Alleingang über die rechte Seite und einen überlegten Abschluss ins lange Eck. Allerdings hatte in der Mitte Sebastian Prödl mit seinem Stellungsspiel die Abseitsposition von Bale aufgehoben.

Schwaches Abwehrverhalten

Neben Kapitän Fuchs und Martin Harnik (Zerrung) fiel auch noch Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger (Achillessehnen-Probleme) aus. Zlatko Junuzovic wurde wegen Oberschenkelproblemen erst nach einer Stunde eingewechselt. Hinter Solospitze Marc Janko agierten der erstmals in der ÖFB-Startformation aufgebotene England-Legionär Andreas Weimann, Andreas Ivanschitz und Marko Arnautovic – meistens glücklos, zuweilen aber auch ideenlos.

David Alaba war nach Muskelproblemen rechtzeitig fit geworden und traf mit einem sehenswerten Volley kurz vor der Pause die Stange (45.). Ansonsten vermochte der Bayern-Star dem ÖFB-Spiel aber keine entscheidenden Akzente zu geben. Vor der Pause waren die Österreicher zwar die aktivere Mannschaft, wurden mangels Ideen aber hauptsächlich durch Schüsse gefährlich.

Ivanschitz prüfte als Erster Wales-Ersatztorhüter Boaz Myhill (9.). Der parierte auch einen unangenehmen Flatterball von Arnautovic (36.). Ein Treffer von Innenverteidiger Emanuel Pogatetz nach Freistoßflanke von Ivanschitz wurde nicht anerkannt. Janko war vor seiner Kopfball-Vorarbeit minimal im Abseits gestanden. Pogatetz’ Nebenmann Sebastian Prödl köpfelte aus Abseits­position daneben (38.).

Auf der Gegenseite schoss Wales-Stürmer Craig Bellamy nach Fehlpass von Pogatetz am langen Eck vorbei (16.). Nach Seitenwechsel machte es der für den Routinier eingewechselte Sam Vokes besser, platzierte eine präzise Bale-Flanke unhaltbar für ÖFB-Torhüter Robert Almer im Netz. Bale, der beste Fußballer auf dem Platz, hatte sogar die Chance auf das 3:0, setzte das Spielgerät aber Zentimeter am Tor vorbei (55.).

Janko mit Anschlusstreffer

Mit der Führung im Rücken waren die Waliser nach Seitenwechsel anfangs besser im Spiel. Erst im Finish legten die Österreicher mit einem inspirierten Arnautovic einen Gang zu. Der Kreativspieler bediente Janko mit einer Maßflanke aus dem Stand. Janko, der statt Fuchs die Kapitänsbinde trug, erzielte sein 14. Länderspieltor.

Fußball

717. ÖFB-Länderspiel

Wales – Österreich 2:1 (1:0)

Swansea, Liberty Stadium, 8000 Zuschauer, SR Menashe Masiah (Isr)

Torfolge: 21. 1:0 Bale, 52. 2:0 Vokes, 75. 2:1 Janko

Gelbe Karte: Klein

Wales: Myhill; Matthews (73. Gunter), Ricketts, Williams, Davies; Allen, Vaughan (46. King), Ledley; Bale (60. Robson-Kanu), Collison (84. Church); Bellamy (46. Vokes)

Österreich: Almer; Klein, Prödl, Pogatetz, Suttner (88. Schiemer); Kavlak (75. Leitgeb), Alaba; Weimann (62. Jantscher), Ivanschitz (62. Junuzovic), Arnautovic; Janko

ÖFB-Statistik: 717 Länderspiele – 290 Siege, 156 Unentschieden, 271 Niederlagen;
Torverhältnis: 1288:1163