Die Experten kennen keine Gnade

Sport / 20.03.2013 • 20:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Die Formel-1-Stars von einst lassen kaum ein gutes Haar an ihren Nachfolgern.

formel 1. Nein, der Job wäre nichts für Michael Schumacher. Ein „Stochern im Nebel“ nennt der Formel-1-Rekordweltmeister das, womit viele ehemalige Rennfahrer inzwischen ihr Geld verdienen. Ob Niki Lauda, Damon Hill, David Coulthard oder Jacques Villeneuve – sie alle sind Experten. In Zeitungen, aber vor allem im Fernsehen wird teilweise kräftig vom Leder gezogen. Vor allem die junge Fahrergeneration muss sich einiges gefallen lassen, selbst wenn sie die Altmeister sportlich längst übertrumpft haben.

Attacke gegen Vettel

Die neueste Attacke, geritten vom ehemaligen Champion Villeneuve gegen die Königsklasse im Allgemeinen und Weltmeister Sebastian Vettel im Besonderen, macht deutlich, wie scharf aus der Deckung geschossen wird. „Er ist superschnell, aber unter Druck macht er Fehler. Wenn er führt, ist alles okay, aber wenn es mal nicht so läuft, hat er seine Nerven meistens nicht im Griff“, sagt der Kanadier über Vettel im Interview mit der „Sport Bild“ und „Auto Bild Motorsport“.

Starke Worte angesichts der Tatsache, dass der Deutsche inzwischen drei Titel auf dem Konto hat, und damit zwei mehr als Villeneuve. Der Kanadier zieht trotzdem Vettels große Konkurrenten vor: „Der Unterschied zu Fernando Alonso und Lewis Hamilton ist, dass die immer kämpfen. Egal, auf welchem Platz sie gerade liegen. Egal, wie gut das Auto gerade ist. Die fahren sich immer gleich die Eier aus der Hose. Diesen Eindruck vermittelt mir Vettel nicht.“

Das neu aufgestellte Mercedes-Team bekam von Villeneuve den Ratschlag mit auf den Weg, es solle eher handeln wie ein großer Sponsor: Bezahlen, den Motor geben und den Rest den Spezialisten überlassen. Er glaube auch, dass „die Firmenstruktur mit Niki Lauda und Toto Wolff nicht zur Besserung beitragen wird“.

Gar nichts anfangen kann ­Villeneuve mit der neuen Generation von Fahrern in der Königsklasse. „Sie kommen zur Strecke, werden von Managern und PR-Strategen ferngesteuert, im Prinzip muss man ihnen noch die Windeln wechseln“, sagte Villeneuve: „Mir geht es auch gegen den Strich, dass es mittlerweile so viele Bezahlfahrer gibt – Piloten, denen Sponsoren oder Mami oder Daddy den Spaß bezahlen.“

Der Erzrivale fehlt

Aufhören werden die Experten nicht, ihr Wissen unters Volk zu bringen. Sie sind gefragt wie nie zuvor. Villeneuve arbeitet in dieser Saison sogar gleich für zwei Fernsehsender in Frankreich und Italien. Und er vermisst dabei vor allem eins: seinen alten Erzrivalen Michael Schumacher. Dem gebührt das Schlusswort: „Als sogenannter Experte durch die Fahrerlager dieser Welt zu tigern, das wäre nicht mein Ding.“ Selbst wenn er der Einzige wäre, der sich wirklich erlauben könnte, von oben auf die Szene herabzuschauen.

Formel 1

GP von Malaysia in Kuala Lumpur

Freitag

1. freies Training 3.00 Uhr

2. freies Training 7.00 Uhr

Samstag

3. freies Training 6.00 Uhr

Qualifikation 9.00 Uhr

Sonntag

Großer Preis von Malaysia 9.00 Uhr

Fernsehen: ORF 1, RTL, SFR2, Sky live