„Nur dabei zu sein war mir zu wenig“

Sport / 20.03.2013 • 21:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach 13 Saisonen als Bobpilot gab Jürgen Loacker nun sein Karriere-Ende bekannt. Foto: gepa
Nach 13 Saisonen als Bobpilot gab Jürgen Loacker nun sein Karriere-Ende bekannt. Foto: gepa

Bobpilot Jürgen Loacker beendet knapp ein Jahr vor Olympia in Sotschi seine Karriere.

Bob. (VN-jd) Im November erklärte Vorarlbergs einziger Pilot im Eiskanal noch, dass er mit einer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Sotschi das Kapitel aktive Karriere beenden wolle. Doch nach einer Saison mit wenigen Höhen, dafür umso mehr Rückschlägen hat nun Jürgen Loacker doch etwas überraschend sein Karriere-Ende bekannt gegeben. Die Gründe für das vorzeitige Ende liegen einerseits in der fehlenden sportlichen Perspektive und zudem im großen finanziellen Risiko, das der 38-jährige Götzner nahezu selbst zu tragen gehabt hätte. Vonseiten des österreichischen Bob- und Schlittenverbands wurde Loacker bei zahlreichen Gesprächen in letzter Zeit nicht nur einmal signalisiert, dass die Planung des Verbandes auf die jungen Piloten ausgerichtet sei und Österreichs Nummer eins seine Aktivitäten – wie schon zum Teil in den letzten Jahren – aus der eigenen Kasse zu bestreiten habe. Loacker: „Nicht zuletzt deshalb ist mir die Entscheidung etwas leichter gefallen. Ich wollte mein Ende selbst bestimmen und nicht kurz vor den Spielen in Sotschi ausgemustert werden.“

Nicht mehr bereit im Kopf

Gleichzeitig erklärte der 38-Jährige, der in der abgelaufenden Saison im Gesamtweltcup im Vierer Rang elf bzw. im Zweier Platz 17 belegte, dass er sich auch nicht in der Lage sehe, noch einmal die Energie aufzubringen, um bei den Winterspielen in Sotschi sein sportliches Ziel zu verwirklichen. „Turin 2006 war für mich die Erfüllung eines Jugendtraums. Vier Jahre später hat es dann schon an meinem Ego gekratzt, als ich vom Lenker zum Bremser umfunktioniert wurde. Dies hat eine tiefe Furche in mir hinterlassen. Diese Gedanken wurden in den letzten Monaten immer präsenter und haben mich bei meiner Entscheidung auch etwas beeinflusst.“

Bezüglich beruflicher Zukunft hat Loacker noch keine definitive Entscheidung getroffen. Einerseits könnte er sich gut vorstellen, als Trainer weiterzumachen. „Es gibt Angebote, doch darüber zu sprechen, wäre zu früh. Ich kann mir aber auch ein Leben ohne Bobsport vorstellen. Vorerst freue ich mich darauf, einmal einen Sommer ohne Gedanken über Budget und Material zu verbringen und das Leben ganz einfach zu genießen.“

Das finanzielle Risiko von 100.000 Euro für eine weitere Saison hätte ich selbst tragen müssen.

Jürgen Loacker