Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Tradition schützt nicht vor Konkurs

Sport / 20.03.2013 • 21:06 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am 20. September feiert der FC Lustenau 1907 seinen 106. Geburtstag. Vorarlbergs ältester Fußballklub hat eine lange Tradition. Mit heutigem Tage aber ist noch ungewiss, ob der Verein an diesem Tag noch seinen Namen trägt. Dabei ist der FCL mehr als ein Profiklub, der zehn Saisonen in der zweithöchsten österreichischen Spielklasse spielte. Rund 400 Mitglieder zählen die Blau-Weißen, die Nachwuchsabteilung mit rund 250 Spieler(inne)n funktioniert bestens.

All das sind hohe Werte, doch die finanzielle Schuldenlast spricht eine andere Sprache. Mit der Insolvenz­eröffnung ist nun eine Zäsur erfolgt, die bis zum Konkurs, bis zur Liquidation der „juristischen Person“ FC Lustenau 1907 führen kann. Dann wären der Name weg und die Tradition mit einem Schlag ausgelöscht. Schon laufen im Hintergrund Bemühungen, einen neuen Verein zu gründen. Immerhin bestünde die Möglichkeit, den Namen aus der Masse herauszukaufen.

Der Masseverwalter muss nun in kürzester Zeit den Spagat zwischen sportlicher Fairness und finanziellem Kalkül finden. Doch eines hat Dr. Klaus Grubhofer an seinem ersten Arbeitstag im Insolvenzverfahren „FC Lustenau“ unmissverständlich klargemacht. Tradition hin oder her: Ein wirtschaftliches Wagnis wird, darf und kann er gar nicht eingehen. Dann würde das Aus drohen. Nachzuschlagen bei SW Bregenz, wo auch im Nachfolgeverein SCB Jahr für Jahr die Sehnsucht nach Tradition wächst.

christian.adam@vn.vol.at, 05572/501-211