Bei Vettel wächst der Reifenfrust

Sport / 22.03.2013 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kommt mit den neuen Reifen nicht ums Eck: Sebastian Vettels Bolide ringt den Pneus einen hohen Verschleiß ab. Foto: reuters
Kommt mit den neuen Reifen nicht ums Eck: Sebastian Vettels Bolide ringt den Pneus einen hohen Verschleiß ab. Foto: reuters

In der Tropensauna von Sepang droht Red Bull Racing der nächste Dämpfer.

formel 1. Der wachsende Reifenfrust verdirbt Sebastian Vettel die Freude am Fahren. „Das macht nicht viel Spaß“, klagte der dreimalige Formel-1-Weltmeister nach seinem zweiten Platz im Training zum Großen Preis von Malaysia. Wie befürchtet, macht der hohe Verschleiß der empfindlichen Gummimischungen dem Red-Bull-Piloten wie schon beim Auftakt in Australien auch in Sepang das Leben schwer. „Es ist ein ziemlicher Schlamassel, wenn man schaut, wie lange die Reifen halten“, erklärte Vettel spürbar genervt.

Räikkönen ist zufrieden

Das Problem: Vettel kann das Potenzial seines Autos nicht annähernd ausschöpfen. „Jetzt müssen wir ein paar Dinge probieren“, sagte er. Erneut am besten kam offenbar Melbourne-Sieger Kimi Räikkönen mit den sensiblen Pneus klar. Der Finne steuerte seinen Lotus bei schwülen 31 Grad zur Tagesbestzeit und war dabei 0,019 Sekunden schneller als sein Badminton-Partner Vettel. „Ich bin ziemlich zufrieden“, sagte Räikkönen. Auch im Regen, der eine halbe Stunde vor Ende des zweiten Trainings einsetzte, drehte der WM-Spitzenreiter die schnellsten Runden. Dritter wurde Ferrari-Pilot Felipe Massa, der erneut etwas schneller unterwegs war als Stallrivale Fernando Alonso. Nico Rosberg fuhr im Silberpfeil auf Rang sieben. „Es waren harte Bedingungen, die Hitze ist unglaublich.“

Für Vettel wird derweil der enorme Reifenfraß seines Dienstwagens mit dem passenden Spitznamen „Hungrige Heidi“ immer mehr zum Ärgernis. „Ähnlich wie letzte Woche tun wir uns ziemlich schwer“, bekannte der 25-Jährige und dämpfte damit die Hoffnungen für das zweite Saisonrennen morgen. Auch Mark Webber stapfte nach dem Training zornig aus der Garage und beendete schon nach 95 Sekunden seine TV-Interviews. „Es geht immer nur um Reifen, Reifen, Reifen“, knurrte der Australier, der am Vormittag noch als Erster vor Räikkönen und Vettel an die Box zurückgekehrt war.

Debatten wie in jedem Jahr

Lieferant Pirelli reagierte gelassen auf die anhaltende Kritik. „Das ist eben eine Herausforderung“, sagte Pirelli-Sportchef Paul Hembery. In den vergangenen beiden Jahren hätte es zu Saisonbeginn ähnliche Debatten gegeben. „Es fängt eben so an, aber dann hört es auch wieder auf. Und dann geht es wieder nur noch um die Fahrer und ihre Autos – so wie es sein soll.“

Außerdem: Von Lotus und Ferrari sei ja auch keine Kritik zu hören. Genau das dürfte Vettel umso mehr zu denken geben. Schließlich sind diese Teams seine derzeit schärfsten Rivalen auf dem Weg zum vierten Titel in Serie.

Es geht immer nur um Reifen, Reifen, Reifen . . .

Mark Webber