Doppelpack von Hosiner beim Torfestival gegen die Färöer

Sport / 22.03.2013 • 22:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Philipp Hosiner umkurvrte bei seinem zweiten Treffer Färöer-Goalie Nielsen. Der Austria-Stürmer rutschte durch eine Verletzung von Marc Janko nur zufällig in die Stammformation. Foto: apa
Philipp Hosiner umkurvrte bei seinem zweiten Treffer Färöer-Goalie Nielsen. Der Austria-Stürmer rutschte durch eine Verletzung von Marc Janko nur zufällig in die Stammformation. Foto: apa

Solide Leistung und sechs Treffer des ÖFB-Teams – Färöer aber kein Maßstab.

fussball. Österreichs Kicker haben nicht nur ihre Pflicht erfüllt, sondern auch einen Kantersieg gefeiert. Gegen eine inferiore Färöer-Elf schoss sich die ÖFB-Elf zu einem 6:0-Heimsieg. Das Wichtigste des Abends war neben den drei wichtigen Punkten auf dem Weg nach Brasilien auch das wiedergewonnene Selbstvertrauen – nicht unwichtig vor der Irlandreise mit dem Spiel am Dienstag in Dublin und nach den beiden letzten Testspiel-Niederlagen gegen die Elfenbeinküste und Wales.

Mann des Abends war einer, der eigentlich gar nicht aufgeboten war. Denn Doppeltorschütze Philipp Hosiner rutschte nur durch eine Verletzung (Adduktoren) von Marc Janko in die Mannschaft. Und der Führende der BL-Torschützenliste schrieb die Geschichte der ersten Halbzeit. Gerade einmal 37 Sekunden waren gespielt, als der 23-jährige Stürmer ein erstes Mal den Abschluss versuchte. Nach Steilpass von Zlatko Junuzovic scheiterte der Austria-Wien-Spieler aber an Torhüter Gunnar Nielsen.

Schnelles Angriffs- und Direktspiel über die Seiten hatte Teamchef Marcel Koller von seiner Elf gefordert. Vor allem über links liefen dann auch immer wieder die Spielzüge, ideal für den schnellen Hosiner. Doch wieder war es Nielsen (6.), der vorerst noch ein Tor verhinderte. Nur 120 Sekunden später aber jubelte Hosiner in seinem erst zweiten Länderspiel ein erstes Mal – Kapitän Christian Fuchs hatte die Vorarbeit geliefert. Und weiter ging die Hosiner-Show. Erst gab es Gelb für eine vermeintliche Schwalbe nach einem Laufduell mit Rogvi Baldvinson (13.), dann doppelte er nach einem katastrophalen Fehler von Odmar Faerö, der ihm den Ball in den Lauf köpfelte, nach (20.). Das „Veilchen“ erblühte im Prater und stellte die Inselkicker ein ums andere Mal vor unlösbare Aufgaben.

Einbahnfußball dieser Art sah man vom ÖFB-Team, bei dem Torhüter Ramazan Özcan auf der Bank Platz nahm, viele Jahre nicht. Ball und Gegner wurden laufen gelassen, wobei von Gegenwehr nicht viel zu sehen bzw. spüren war. Wenn, dann vermochten sich die Gäste nur mit dummen Fouls der Angriffe zu erwehren. Hosiner (23.) und Junuzovic per Kopf (24.) verpassten weitere Chancen, ehe Andreas Ivanschitz den Ball aus 25 Metern ins Eck schlenzte. Vieles deutete zu diesem Zeitpunkt auf einen Spaziergang hin.

Am Ende ein Spaziergang

Die komfortable Führung im Rücken, gingen es Fuchs und Co. in Hälfte zwei ruhiger an. Erst ganz langsam und nach einigen Wechseln spazierten die Koller-Schützlinge wieder schneller durch den brüchigen Abwehrriegel der Gäste. Denn die gute Bewegung und Spielverschiebung aus der ersten Hälfte war erst in der Schluss-Viertelstunde wieder zu sehen. Dennoch: Rasch stellten sich wieder Möglichkeiten ein. David Alaba weckte seine Mitspieler mit einem Lattenkracher (52.), dann verhinderte Nielsen mit seinem Eingreifen gegen Ar­nautovic und Junuzovic (61.) weitere Tore. Schließlich aber ging alles zu schnell für die Gäste, was drei weitere Treffer durch Junuzovic (77.), Alaba (78.) und Garics (82.) zur Folge hatte.

Einen geruhsamen Abend verbrachte Torhüter Heinz Lindner. Ein Kopfball vor der Pause (43.), ein Weitschuss nach Seitenwechsel (65.) – mehr musste Österreichs Nummer eins nicht parieren.

Wir haben uns so ein Ergebnis gewünscht. Dass es dann so viele Tore werden, ist sehr schön.

Marcel koller
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Österreich – Färöer. Die ÖFB-Spieler in der Einzelkritik

Lindner (3) war eigentlich nicht zu benoten, zu geruhsam verlief sein Abend.

Garics (3) versuchte zu oft den Querpass. Als er dann auch Mut zeigte, landete der Ball im Netz.

Dragovic (3) war nicht gefordert. Nicht mehr als eine Bewegungstherapie für den Schweiz-Legionär.

Pogatetz (3) war wie Nebenmann Dragovic eigentlich mehr im Spielaufbau denn in der Defensive beschäftigt.

Fuchs (3) hatte seine effektivste Szene mit der Vorarbeit zum 1:0.

Kavlak (3) agierte sehr unauffällig, wurde als Kämpfer im Mittelfeld nicht wirklich gebraucht.

Alaba (2) trieb das Spiel nach vorne und krönte seine Leistung nach einem Sturmlauf mit dem 5:0.

Arnautovic (4) war das schwächste Glied. Zeigte mehr Zirkuseinlagen denn konstruktive Pässe.

Junuzovic (2) war oft Dreh- und Angelpunkt, mit guten Zuspielen und weiten Laufwegen.

Ivanschitz (3) erzielte ein Tor, ansonsten nicht viel Glanzvolles vom Mainzer.

Hosiner (2) war von der ersten Minute an präsent und mit seiner Schnelligkeit eine Riesenbelebung im Team.

Leitgeb (3) sorgte für neuen Schwung.

Weimann(3) zeigte in Ansätzen seine Torgefährlichkeit.

Suttner (0) war zu kurz im Einsatz.

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