Leoben-Coach verhöhnt Rekordmeister

Sport / 22.03.2013 • 22:42 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Drasko Mrvaljevic erhielt für seine unnötige Rote Karte im Derby eine Geldstrafe aufgebrummt. Foto: GEPA
Drasko Mrvaljevic erhielt für seine unnötige Rote Karte im Derby eine Geldstrafe aufgebrummt. Foto: GEPA

Zündstoff pur vor dem Duell heute in Bregenz – Alpla HC Hard in Krems zu Gast.

Handball. (VN-jd) Das 64. Ländle-Derby (Endstand 26:25 für Hard) am letzten Spieltag hat in der Handball-Liga Austria ordentlich für Gesprächsstoff gesorgt. Dabei ging es aber nicht um die sportliche Leistung auf dem Parkett, sondern um einen offenen Brief, den die Vereinsführung von Bregenz HB zu Beginn der Woche an alle Vereine und die Spitzen des nationalen Fachverbands verschickt hat. Der Rekordmeister fühlte sich aufgrund der Performance des Schiedsrichter-Duos Christoph Hurich und Denis Bolic zum wiederholten Male benachteiligt und tat seinen Ärger darüber öffentlich kund.

Bregenz-Sportchef Roland Frühstück und seine Mitstreiter nahmen dabei kein Blatt vor den Mund: „Da wollte jemand, dass wir nicht gewinnen. Wenn man die Szenen in der Schlussphase hernimmt, wird man das Gefühl nicht los, dass sich da gewisse Dinge im Unterbewusstsein abgespielt haben. Ich hoffe aber ich nicht, dass Schiedsrichter Hurich, dessen Bruder bei Leoben spielt, die spielentscheidenden Fehlpfiffe vorsätzlich getan hat. Im Endeffekt wurde man aber das Gefühl nicht los, dass hier jemand wollte, dass wir nicht gewinnen. Wir erzielen ein klares Tor, das nicht zählt, wo auch die Fernsehbilder nicht auflösen, warum es nicht gegeben wurde. Im Anschluss macht Hard einen Treffer, dem klar ersichtlich ein Schrittfehler vorausgegangen ist.“

Frühstück holt noch weiter aus: „In Summe haben wir das Gefühl, dass man uns in den letzten sieben Spielen sicherlich vier Mal ordentlich benachteiligt hat. Mit Vorsatz oder nicht – das will und kann ich nicht sagen. Aber wenn Schiedsrichter schwere Fehler machen und der überwiegende Teil davon Bregenz trifft, dann tut uns das eben weh.“

Leoben-Coach poltert

Während zahlreiche andere Klubvertreter die gleiche Meinung wie Bregenz vertreten, dass auf dem Schiedsrichtersektor ein großer Nachholbedarf besteht, stößt er bei Leoben-Trainer Volker Hage auf Unverständnis. Der ehemalige Spieler der deutschen Bundesliga äußerte sich auf der Homepage von Leoben: „Der Brief war plump, peinlich und durchschaubar. Hier wird versucht, im Hinblick auf das vorentscheidende Spiel Einfluss zu nehmen“, so Hage. „Die Vorwürfe sind eine Unverschämtheit. Es ist beschämend, dass ein Verein wie Bregenz dies nötig hat. Jeder HLA-Verein hätte wegen Schiedsrichter-Entscheidungen schon 20 solche Briefe schreiben können“, ist auf www.handball-leoben.at zu lesen.

In der Pressemitteilung zum heutigen Spiel sorgte Hage dann für weiteren Zündstoff in der Kampfansage: „Wenn wir einen Punkt ­holen, stehen wir zu 80 Prozent im Halbfinale. Bei einem Sieg sind wir so gut wie durch. Wir werden die sportliche Antwort auf diese unsportliche Aktion geben, die mit dem im Sport propa­gierten Fair-Play-Gedanken nicht das Geringste zu tun hat“, betonte der Coach der Steirer.

Sein Gegenüber Geir Sveinsson, seines Zeichens 342-facher Nationalspieler für Island, wollte sich öffentlich zu den Dingen nicht äußern: „Ich als Trainer und die Spieler müssen den Fokus auf die Aufgaben auf dem Spielfeld legen. Der Kampf um einen Startplatz im Halbfinale verlangt unsere volle Konzentration. Trotz der Niederlage in Hard habe ich einen Schritt nach vorne bei meinem Team gesehen. Wir haben nie aufgesteckt, die beiden Roten Karten für Drasko Mrvaljevic und Paul Babarskas weggesteckt und viel Moral bewiesen. Wenn wir in den verbleibenden Runden mit derselben Leidenschaft und Intensität wie im Derby zu Werke gehen, werden wir den Top-4-Platz schaffen.“

Tanaskovic angeschlagen

Auf Titelverteidiger Alpla HC Hard wartet vier Runden vor Ende des Meister-Play-offs ebenfalls eine Partie mit richtungsweisendem Charakter. Sollten die „Roten Teufel“ vom Bodensee das Gastspiel in der Wachau verlieren, würde Krems bis auf einen Zähler aufrücken. Um weiter Tuchfühlung mit Leader Margareten zu haben, dürfen sich die Mannen von Coach Markus Burger aber keine Blöße geben und müssen beide Punkte holen. Nicht förderlich im Vorhaben ist die Tatsache, dass bei Marko Tanaskovic erneut die Verletzung am Sprunggelenk akut wurde. Burger: „Es wird eine ganz schwere Aufgabe, die von keinem einzelnen Spieler, sondern als kollektive Einheit zu schaffen ist.“

Der offene Brief von Bregenz war plump, peinlich und durchschaubar.

Volker Hage, Trainer Leoben

Handball

Handball-Liga Austria 2012/13 Internet: www.sis-handball.at

» Meisterrunde, 7. Runde

Bregenz HB – Union Leoben heute, 19 Uhr

Handball-Arena Rieden, SR Kovacic/Stangl

Bisherige Saisonduelle: 28:28 (in Bregenz), 34:30 (Leoben/h), 27:27 (in Leoben, Meisterrunde)

UHK Krems – Alpla HC Hard heute, 19 Uhr

Im Freizeitpark Krems, SR Lajko/Seidler

Bisherige Saisonduelle: 33:25 (Hard/h), 22:22 (in Krems), 32:32 (in Hard, Meisterrunde)

SG HB West Wien – Fivers Margareten 24:28 (12:13)

BSFZ Südstadt, SR Hiebl/Kocic

Tabelle Meisterrunde

1. Fivers Margareten 7 6 0 1 228:191 + 37 17 (5)

2. Alpla HC Hard 6 4 1 1 166:158 + 8 13 (4)

3. UHK Krems 6 3 1 2 169:163 + 6 8 (1)

4. Bregenz HB 6 1 1 4 162:173 – 11 5 (2)

5. SG HB West Wien 7 1 0 6 172:190 – 18 5 (3)

6. Union Leoben 6 2 1 3 148:170 – 22 3 (0)

Erklärung: In Klammer Bonuspunkte Grunddurchgang

8. Runde (30. 3.): Bregenz HB – Fivers Margareten (HR: 31:40), Union Leoben – Alpla HC Hard (HR: 24:27), SG HB West Wien – UHK Krems (HR: 21:24)