Adler „vergeigten“ den Nationencup

Sport / 24.03.2013 • 21:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gesamt-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer mit der großen Kugel. Der Tiroler war der absolute Überflieger in dieser Saison. Foto: gepa
Gesamt-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer mit der großen Kugel. Der Tiroler war der absolute Überflieger in dieser Saison. Foto: gepa

Schwaches Abschneiden der ÖSV-Skispringer beim Abschluss in Planica.

skifliegen. Die österreichischen Skispringer haben den neuerlichen Gewinn des Nationencups im letzten Saisonbewerb in Planica noch an Norwegen verspielt. Die zuletzt achtmal in Folge siegreiche ÖSV-Truppe um Saisondominator Gregor Schlierenzauer landete in der Endabrechnung nach einer 42-Punkteführung noch sechs Zähler hinter den vom Tiroler Alexander Stöckl betreuten Skandinaviern. Ausschlaggebend dafür war Platz zwei von Vizeweltmeister Rune Velta hinter dem Slowenen Jurij Tepes und das zu schwache Abschneiden von Schlierenzauer und Co.

Der elftplatzierte Schlierenzauer hat am Ende der Erfolgsserie aber keinerlei Schuld, dem 23-Jährigen gelang mit den Siegen bei der Vierschanzentournee, im Gesamt- und Skiflugweltcup sowie drei WM-Medaillen ein herausragender Winter. „Unglaublich, das war eine gewaltige Saison. Ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben darf“, sagte Schlierenzauer, bevor er freudestrahlend die Kristallkugeln für die Gesamt- und Skiflugwertung in Empfang nahm. Seine Saison-Highlights seien die Vierschanzentournee sowie seine Siege Nummer 47, womit er zum Weltcup-Rekordhalter avancierte, und das 50er-Jubiläum gewesen.

Vettori bilanzierte positiv

Weil hinter dem zehnfachen Saisonsieger aber oftmals eine zu große Lücke klaffte, reichte es knapp nicht zur Titelverteidigung im Nationencup. Das sei schade, so Schlierenzauer, der alleine 1620 von insgesamt 5599 Saisonpunkten sammelte und die Gesamtwertung überlegen vor Anders Bardal (Nor/999) gewann. „Sieg und Niederlage sind immer eng beisammen. Sechs Punkte sind bei so einer langen Saison extrem knapp. Mir tut das speziell für die Trainer weh. Man muss es den Norwegern aber neidlos gönnen“, meinte der Tiroler, der bei der ÖSV-Feier in Mondsee auf die vielen Siege anstoßen wollte.

ÖSV-Sportdirektor Ernst Vettori musste die Niederlage in der Nationenwertung eingestehen, bilanzierte insgesamt aber positiv. „Wir haben uns heuer sicherlich schwergetan, das ist eine Tatsache. Aber den wichtigsten Teambewerb, die WM, haben wir klar gewonnen. Insgesamt war es eine tolle Saison. Die Ära der Superadler ist sicher nicht zu Ende“, betonte Vettori.

Hinter Schlierenzauer Zweitbester in der Gesamtwertung und auch beim Abschluss (14.) wurde Routinier Wolfgang Loitzl als Zwölfter. Nur ein ÖSV-Athlet in den Top Ten – das hat es unter Erfolgstrainer Alexander Pointner seit vielen Jahren nicht gegeben.

Heute genieße ich es und bin wirklich stolz auf diese Saison.

gregor schlierenzauer
Die ÖSV-Adler v. l.: Martin Koch, Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Stefan Kraft. Foto: gepa
Die ÖSV-Adler v. l.: Martin Koch, Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Stefan Kraft. Foto: gepa

Ski nordisch

Weltcup-Skifliegen Planica

Endstand Einzelbewerb

1. Jurij Tepes (SLO) 425,5 (217,0/214,0)

2. Rune Velta (NOR) 423,7 (207,5/217,5)

3. Peter Prevc (SLO) 422,5 (218,0/212,5)

4. Noriaki Kasai (JPN) 417,8 (207,0/217,5)

5. Piotr Zyla (POL) 409,6 (201,5/216,0)

6. Denis Kornilow (RUS) 406,5 (204,5/213,5)

Robert Kranjec (SLO) 406,5 (206,5/209,5)

8. Kamil Stoch (POL) 406,1 (205,5/207,0)

9. Severin Freund (GER) 404,9 (206,5/205,5)

10. Michael Neumayer (GER) 401,8 (209,0/204,5)

11. Gregor Schlierenzauer (AUT) 400,7 (198,5/210,0)

12. Jan Matura (CZE) 397,2 (199,0/202,5)

13. Andreas Stjernen (NOR) 397,0 (210,5/199,0)

14. Wolfgang Loitzl (AUT) 393,5 (207,5/194,0)

15. Martin Koch (AUT) 388,1 (198,5/202,0)

Weiter: 22. Stefan Kraft (AUT) 363,3 (182,0/197,5), 23. Manuel Fettner (AUT) 356,6 (193,0/184,5), 29. Michael Hayböck (AUT) 328,7 (183,5/171,5)

Endstand Teambewerb

1. Slowenien 1561,8 Punkte

(Jurij Tepes 223,0 m/207,0 m, Peter Prevc 219,5/204,5, Andraz

Pograjc 204,0/183,5, Robert Kranjec 211,5/203,5)

2. Norwegen 1551,1

(Rune Velta 208,0/217,5, Kim Rene Elverum Sorsell 184,0/202,0,

Anders Bardal 230,0/199,5, Andreas Stjernen 215,5/205,0)

3. Österreich 1546,7

(Wolfgang Loitzl 199,5/201,0, Stefan Kraft 201,5/198,5, Martin

Koch 218,5/208,0, Gregor Schlierenzauer 201,5/209,5)

4. Polen 1543,2

5. Tschechien 1511,6

6. Deutschland 1501,6

7. Japan 1500,0

8. Italien 1181,6

9. USA 580,9